B

bärtig: (Hutrand) mit kinnbartförmiger Bekleidung
Ballistosporen: aktiv abgeschleuderte Sporen
basal: am unteren Ende, an der Basis. (Ggs. → apikal)
Basalhyphen: Hyphen an der Basis resupinater Frk., die zwischen Substrat und Hymenialschicht liegen
Basalscheibchen: flache Ausbildung an der Stielbasis eines Frk. zur Befestigung an der Unterlage (z. B. bei Mycena, Coprinus)
Basidien: meist keulenförmige Zelle im Hymenium eines Basidiomyceten, in der die Kernverschmelzung stattfindet und aus der nach Reduktionsteilung die Basidiosporen auf 1 bis 4 oder 8 Ständerchen (→ Sterigmen), seltener auch sitzend, gebildet werden
Es werden unterschieden:

1. Holobasidie: ungeteilt
2. Phragmobasidie: durch Längs- oder Querwände in 2 - 4 Zellen unterteilt; auch Heterobasidie genannt

 

Weitere Begiffe:

  • Acanthobasidie: mit partieller Bestachelung
    Chiastobasidie: ungeteilte, keulige bis subzylindrische "Normalform"
  • Chrysobasidie: mit gelbbrauner, basaler Inkrustierung oder mit gelbem Inhalt
  • Crassobasidie: mit verdickten Wänden
  • Phaeobasidie: mit ± homogenem, aber auch amorphem, verklumptem, gelbem bis braunem Inhalt, bisw. auch mit zusätzlicher grobkörniger, dunkelbrauner Inkrustiening; in Sulfovani11in gut anfärbbar (orangebraun)
  • Pleurobasidie: von sackförmiger Gestalt, Basis seitlich (oft biradicat) mit einer generativen Hyphe verbunden. Typisch fur Xenasmataceae
  • Podobasidie: mit deutlichem, langem Stiel
  • Stichobasidie: schmal-zylindrische, querseptierte Basidie
  • Urnenbasidie: basal bauchig, etwa ab Mitte zylindrisch
  • uteriforme Basidie: zylindrisch, mittig eingeschnürt

Basidiokarp, Basidiocarpium: Frk. der Basidiomyceten allgemein. (→ Ascocarp)
Basidiole: basidienähnliche, sterile Zelle oder junge, noch sterigmenlose Basidie; im Allgemeinen fur die Artbestimmung ohne Bedeutung
Basidiomycet: Ständerpilz; Pilz, der seine Sporen an ständerförmigen Organen (Basidien) bildet (→ Ascomycet)
Basidiospore: auf einer Basidie entstandene Spore (→ Meiospore) der Basidiomyceten
basimycelial: Myzelialschicht (eines Erdsterns); nur an der Basis des noch geschlossenen Frk. vorhanden (Ggs. → perimycelial)
Basionym: namen- oder epithetgebendes Synonym bei einer Neukombination oder Neubenennung; eine Neukombination oder ein neuer Name fur ein bereits bekanntes Taxon, das ab 1.1.1953 veröffentlicht wurde, ist nur gültig, wenn das Basionym genannt wird; dabei müssen dessen Autor und die vollständige Fundstelle der Originalbeschreibung mit Datum und Seitennummer oder ggfs. Tafelangabe angeführt werden

basiphil: → calciphil

bauchig:

1. Stiel, Zystide: in der Mitte mit deutlich (etwa mindestens zweifach) verdicktem Querschnitt
2. Lamellenfläche: bis fast halbkreisförmig, d.h. in der Mitte besonders breit


Bauchpilz: → Gasteromycet
Becherling: Ascomycet von becher-bis schüsselartiger, alt bisw. verflachender Form
behangen: Hutrand mit herabhängenden Velumresten besetzt
bereift: (Frk.-Oberflächen) von zartem, abwischbarem Reif, wie bei einer frischen Pflaume überzogen
berindet: (Stiel) äußere Schicht im Ggs. zum Inneren von dichterer und meist grobfaseriger Struktur
bescheidet: (Stielbasis) mit einer Scheide versehen
beschleiert: mit einem spinnwebartigem Schleier versehen
beschnitten: (Stielknolle) mit Resten einer Volva, die wie rundherum abgeschnitten erscheint (→ gerandet)
beschopft: (Zystiden) apikal mit Kristallen besetzt
Beschreibung: Aufzählung der Merkmale und Eigenschaften eines Taxons (→ Diagnose)
bestiefelt: → gestiefelt
Betula: Birke
bewimpert: (Lam.-Schneide) durch Zystidenbüschel fein behaart; meist auch noch heller als die Lam.-Fläche gefärbt
bi-: (Vorsilbe) zwei-; (doppeltbidirektionell: → Lamellentrama)
bilateral: (Ascusöffuung) zweilappig
Bildungsabweichungen: Frk.-Missbildungen durch genetische Defekte oder äußere Einflüsse; z.B. Riesen- oder Zwergwüchsigkeit, Verwachsungen von Einzelfrk. zu Zwillingen, Hymenophorverbildungen, geweih- bis baumförmige Ausformung des Hutes etc.
Bindehyphen: → Hyphen
Biotop: spezieller Lebensraum eines Organismus oder einer Lebensgemeinschaft (Biozönose)
Biozönose: Lebensgemeinschaft innerhalb eines bestimmten Biotops
biradikat: (Basidie, Zystide) zweiwurzelig, d. h. die Basis ist mit zwei Hyphen verbunden
biseriat: zweireihige Anordnung der Sporen im Ascus
bitunicat: → Ascus
Blätter: Lamellen
Blastokonidien, Blastosporen: Konidien, die durch Zellsprossung entstanden sind und oft verzweigte Ketten bilden
blauen:

1. Fruchtkörperteile bei Verletzung blau anlaufend

2. Ascusspitze unter Einwirkung jodhaltiger Reagenzien blau werdend (→ jodpositiv)


bodenvag: keine besonderen Ansprüche an den Boden stellend, d. h. sowohl auf sauren als auch auf alkalischen Böden gedeihen (→ neutrophil, acidophil, basiphil)
bogig angewachsen: (Lamellenansatz) Schneide deutlich konkav, am Stiel jedoch nicht über die Waagerechte herablaufend
bogig herablaufend: (Lamellenansatz) Schneide deutlich konkav und am Stiel deutlich über die Waagerechte herablaufend
boletinoid: (Hymenophor) mit weiten, radial gestreckten Röhrenmündungen
boletoid:

1. Frk.-Form einem Dickröhrling (Boletus) ähnelnd, mit dicklichem Stiel, fleischigem Hut und röhrenförmigem Hymenephor
2. Sporenform zylindrisch-spindelig (häufigste Form bei den Boletales)


boreal: pflanzengeografischer Begriff für das ausschließliche oder überwiegende Auftreten in der borealen Zone (→ Klimazonen)

borstenartig: haarartig dünn und zugleich steif-elastisch
Botrydina: kugelförmiger Algentyp am und im basalen Stielteil von lichenisierten Pilzen (z. B. Omphaltna) (→ Coriscium-Flechtenschuppe)
Bovista-Typ: → Capillitium
Botanischer Code: Internationaler Code der botanischen Nomenklatur; weltweit verbindliches
Regelwerk mit artikelweise gegliederten Bestimmungen (Regeln, Empfehlungen; Beispielen) zu
folgenden Themenkreisen:

1. Definition der einzelnen Taxa
2. Wirksame und gültige Veröffentlichung von botanischen Namen
3. Typisierung
4. Ausgangspunkte (historische Stichtage) fur gültige Veröffentlichungen
5. Konservierung, Sanktionierung, Verwerfung, Zitierung von Namen
6. Namensgebung einschließlich Rechtschreibungsvorschriften


Der Code wird jeweils im Rahmen von Internationalen Botanischen Kongressen, die etwa alle 6 Jahre stattfinden, fortgeschrieben. Die überarbeitete Fassung wird mit dem Namen der betreffenden Tagungsstadt. bezeichnet (Z. B: Sidney-Code, Tokyo-Code)


brachy-: (Vorsilbe) kurz-, klein-, gering-
Braunfäule: Durch Pilze verursachte Fäule von Holz, bei dem nur die Zellulose desselben, nicht jedoch dessen Lignin abgebaut wird und es dadurch in braune Würfel zerfällt; → Fäule
Breite: → Lamllenbreite
breitgebuckelt: (Hut) mit Buckel, der breiter als hoch ist
brennhaarformig: (Zystidenform) mit bauchigem Basalteil und langem, schlankem Hals
brustwarzenformig: (Hutbuckel) klein, steilrandig und oben abgerundet

buchtig:

1. Lamellenansatz: ± ausgebuchtet
2. Hutrand: in unregelmäßigen Abständen einmal mehr, einmal weniger vom Stiel entfernt (→ gekerbt-wellig)


bryophil: zwischen oder direkt an Moosen wachsend
bürstenformig: (Hyphe oder Zystide) mit noppenfomigen bis ± langen, dünnen Anhängseln dicht besetzt
büschelig, büschelformig: Wuchsform, bei der die Stiele der einzelnen Fruchtkörper an der Basis eng aneinanderliegen, nicht jedoch einem gemeinsamen Strunk entspringen (→ merismatisch)
Bulbillen:

1. grießartige Gebilde, in welche die Nebenformfruchtkörper einiger Pilzarten zerfallen; sie bestehen aus Sklerozysten und dienen der ungeschlechtlichen Vermehrung
2. kleine, kugelige, sterile Hyphenknäuel


bunt: in mehreren auffallenden Farben gefärbt; bisw. unkorrekt auch für "auffallend in einer Farbe gefärbt"
Burggraben: volkstümliche Bezeichnung für ausgebuchtet angewachsene Lamellen (die Lamellen weichen vor der Ansatzstelle am Stiel deutlich ± tief zurück); typisch für Ritterlinge (Tricholoma)
Buxus: Buchsbaum
byssoid: wollig verwoben
Byssus: baumwollartiges Mycelgespinst an der Stielbasis