F

f.: Abkürzung für"forma" ; → taxonomische Kategorien
fächerförmig, flabelliform: (Wuchsform) ungestielt und mit bogenförmiger Kante, wobei die Ansatzstelle deutlich schmaler als der Hutdurchmesser ist (→ halbkreisförmig, konsolenförmig)
fädig: (Stiel, Paraphysen, Sporen usw.) fadenförmig dünn; bei Sporen, wenn diese mindestens 10 mal so lang wie breit sind
Fäule, Moderfäule: Holzzersetzung durch parasitische Pilze; als gattungsspezifisches Merkmal oft für die
Bestimmung der Pilzart wichtig; man unterscheidet nach der Holzverfärbung:

  • Braunfäule (= Würfelbruchfäule, Destruktionsfäule): durch Enzymeinwirkung wird aus dem Holz Zellulose herausgelöst; die zurückbleibenden Ligninstoffe färben dabei das würfel- bis quaderartig zerfallende, sehr leicht werdende Holz braun (der Pilz ist oxydase-negativ und kann Lignin nicht zersetzen)
  • Rotfäule: lebhaft braunrote, nicht würfelförmige Fäule
  • Weißfäule (= Korrosionsfäule): weißliche Fäule mit faseriger Zersetzung des Holzes, das bisw. streifenförmig gebleicht wird; der Pilz ist oxydase-positiv und kann durch seine Enzyme das Lignin spalten; das Holz wird weiß und leicht und behält im wesentlichen seine Struktur. Der Gewichtsverlust verläuft jedoch langsamer als bei Braunfäule
  • Weißlochfäule oder Wabenfäule: besondere Form der Weißfaule, bei der sich im Holz zunächst weiße, linsenförmige Nester entwickeln, die sich zuletzt in wabenartige Hohlräume unwandeln
  • Stammfäule: an lebenden Bäumen nur im Stamminneren auftretende Fäule (oxydase-positiv oder -negativ)

Fäulnisbewohner: → Saprophyt
Fagus: Buche
fakultative Mykorrhiza: → Mykorrhiza
fakultativer Parasit: Organismus, der sowohl auf lebender als auch auf toter Materie gedeihen kann (→ obligater Parasit, Saproparasit)
fakultatives Synonym: → Synonym
faltig, faltenförmig:

1. Hymenophor: ± unregelmäßig zu schmalen Erhebungen von etwa dreieckigem Querschnitt aufgeworfen (→ aderig, leistenförmig)
2. Hutrand: radial plissiert


Familie: taxonomische Einheit, die Gattungen zusammenfaßt (→ taxonomische Kategorien)
Faserhyphen: den Skeletthyphen des Frk. entsprechende, dickwandige, unseptierte und unverzweigte Hyphen von geringem Durchmesser im Myzel bestimmter Basidiomyceten
faserig, radialfaserig: eingewachsene oder anliegende Oberflächenbekleidung, die aus ± parallel ausgerichteten, langgestreckten, strichartigen Strukturen besteht, zwischen denen in gewissen Abständen der (meist farblich abgehobene) Untergrund zum Vorschein kommt; beim Hut oft als "radialfaserig" bezeichnet
faserig-flockig: wie "faserig", Fasern jedoch flockenartig kurz
faserig-schuppig: wie "faserig", jedoch sind die Faserenden zu feinen, eingewachsenen, angedrückten oder freien Schuppenzipfeln zusammengefaßt (→ sparrigschuppig)
Faserschicht: → Peridie
felderig aufgerissen: → gefeldert
fertil:

1. fruchtbar, sporenbildend
2. Lamellenschneide: ausschließlich mit Basidien besetzt ohne Durchmischung mit sterilen Elementen


festoniert: (Hutrand) mit bogenförmigen Sektoren oder Lappen
fibrillös: faserig, aus Fasern bestehend
fide: in Übereinstimmung mit. .. , siehe ... , gemäß ...
fig., figura: Figur, Illustration
filzig: (Oberflächenbekleidung) mit ungerichteten, feinen und recht kurzen Härchen dicht bedeckt (→ woilig)
fimbriat: gefranst
fimicol: ausschließlich auf Dung oder Exkrementen wachsend. (→ coprophil)
Finalphase: letztes Stadium der Holzzersetzung durch Pilze (→ Initialphase, Optimalphase)
fingerhutformig: (Hutform) kegelig mit breitem, abgerundetem Scheitel
flabelliform: → facherförmig
flach: (Hutform) mit völlig planer Oberfläche, weder im geringsten verteift noch gewölbt
flach gebuckelt: (Hutform) mit schwach erhabener, breiter Wölbung
Flächenzystiden: Pleurozystdien (→ Zystiden)
flaschenförmig: lageniform (→ Zystidenform)

flatterig, flatterig-verbogen: (Hutrand) dünn und unregelmäßig wellig aufgeworfen (→ gewellt, festoniert)
flaumig: (Oberflächenbekleidung) wie mit feinster Wolle bedeckt
Flechtgewebe: → Scheingewebe
fleckend: bei Berührung sich verfärbend
flockig: mit kleinen, weichen, abwischbaren Elementen bedeckt
Florenzonen, pflanzengeografische Zonen:

1. boreal: nördliche Zone, in der Nadelwald dominiert; Edellaubgehölze finden sich dort nur vom Menschen angepflanzt
2. nemoral: Zone, in der von Natur aus Laubwald dominiert
3. boreonemoral: Übergangszone zwischen borealer und nemoraler Zone, in der noch Nadelwald dominiert, aher schon starker Laubwaldeinschlag zu verzeichnen ist


forma, fm., f.: Forma (→ taxonomische Kategorien)
fornicat, fornikat: portalförmig; besondere Form der Exoperidie bei Erdsternen; dabei stehen die einzelnen Lappen auf den Spitzen und sind meist durch die Myzelhülle im Boden miteinander verbunden
Fraxinus: Esche
frei, frei stehend: (Lamellen) den Stiel nicht berührend
Fries: → Abkürzungen in Fries'schen Werken
Frontalansicht: Sicht auf die Spore eines Basidiomyceten, wenn sich deren Apikulus in der Mitte des Sporenendes zeigt (Ggs. → Profilansicht)
Fruchtkörper: der "Pilz" im landläufigen Sinne, d. h. das der Fortpflanzung dienende Gebilde, auf oder in dem die Sporen gebildet werden
Fruchtschicht: → Hymenum
fuchsig: (Farbbezeichnung) rotorange-bräunlich
Fundort: geografisch festgelegte Stelle einer Aufsammlung (→ Standort)
Fungarium: Pilzherbarium, wissenschaftliche Sammlung getrockneter Pilzfruchtkörper
fungicol: pilzbewohnend
Fungi imperfekti, Imperfekte Pilze: sich durch asexuell gebildete Sporen vermehrende Pilze, sog. Konidien, die haufig von besonderen Konidienträgern abgeschnürt werden; auch vegetative Fortpflanzungsorgane wie Sklerotien, Bulbillen oder sterile Myzelien können diese Aufgabe übernehmen. Dieses imperfekte Stadium (→ Anamorphe oder Nebenfruchtform) führte bis vor einiger Zeit einen eigenen Namen (nomen anamorphosis), wovon jetzt abgerückt wird ("one fungus, one name"), wobei die bisher gebräuchlichen Namen der Anamorphen noch häufig verwendet werden. Imperfekte Stadien kommen in der weitaus überwiegenden Zahl bei Ascomyceten (selten auch bei Basidiomyceten) vor. Oft ist das zugehörige perfekte Stadium (Teleomorphe oder Hauptfruchtform), bei der die Sporen auf sexuellem Wege gebildet werden, nicht bekannt, d. h. der Zusammenhang zwischen Anamorphe und Teleamorphe noch nicht nachgewiesen, oder es wird überhaupt keine Hauptfruchform ausgebildet. Imperfekte Stadien erkennt man im Mikroskop leicht daran, dass Basidien oder Asci fehlen und die Konidien oft in enormer Zahl gebildet werden. (→ Konidie)
Fungizid: Gift gegen Pilzbefall
Funiculus: dünne Schnur, an der die Peridiolen mancher Nestpilze (Nidulariaceae) aufgereiht und mit dem Frk. verbunden sind
Furche: Riefe, Rinne, Rille, d. h. ± gerade verlaufende, schmale, oberflächliche Vertiefung
Futter: → Röhrenfutter