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Makromycet: Großpilz; Verschwommener, nicht definierter Begriff fur Pilzfruchtkörper ( einschließlich der Sam­mel­frucht­kör­per); nach Kreisel ab einem Durchmesser von 4 mm, nach Bollmann, Gminder, Reil solche Pilze, die ohne optische Hilfsmittel gut erkennbar sind (ab etwa 5 mm)
Makrosetae: → Hyphen (setale)
makroskopisch: mit unbewaffnetem Auge erkennbar
mandelförmig: (Sporen) mit der Grundform einer Mandel
Manschette: von der Stielspitze herabhängendes, breitkragenförmiges Gebilde bei Blätterpilzen z.B. den Gattungen Agaricus und Amanita, das durch Verwachsungen der Lamellenschneiden entsteht; nicht zu verwechseln mit "Ring", aber bisw. schwer unterscheidbar. (→ Ring, Velum)
marginal: auf den Rand bezogen
Marginalhaare, Marginalzellen:

1. dünnwandige, haarartige bis keulige Ausbildung an der Lamellenschneide oder der Spitze von Stacheln oder Zähnchen. Es sind schwach differenzierte Enden von Tramahyphen und keine echten Zystiden. (→ Haare)
2. haarartige Gebilde am Rand von Apothecien


Marginalvelum: → Velum
Margo: Rand
markig-hohl: (Stielfleisch) locker gefüllt und stellenweise hohl oder hohl werdend
Matrix: Wirtsgewebe, das einen Pilzfruchtkörper umgibt
matted: Bezeichnung fur die Oberflächenstruktur einiger Stachelpilzarten, deren oberste Hyphen im Laufe er Entwicklung eine dünne, parallelfaserige Decke bilden, während die darunter befindlichen weitgehend aufrecht bleiben
Medallion-Schnallen: → Schnallen
mediterran: → Klimazonen
Medulla:

1. inneres Gewebe der Sklerotien. (→ Sklerotium)
2. innerer Teil eines Apotheciums


mehlartig: Geruch oder Geschmack wie Mehl (der Geruch von Mehl ist kaum ausgeprägt, das Aroma nimmt man aber deutlich wahr, wenn man es kostet)
mehlig: oberflächlich wie mit Mehl bestäubt
mehlig-kleiig: oberflächlich wie mit Mehl bestäubt und zusätzlich mit etwas gröberen Partikeln durchsetzt
Meiospore: Spore, die sich nach dem Kernphasenwechsel (Meiose) bildet. (Ggs.→ Mitospore)
membranär: → Pigmentierung (parietale)
membranös: häutchenartig dünn
merismatisch: büschelig wachsend und dabei einem gemeinsamen Strunk entspringend
meruloid: Sammelbegriff zur Bezeichnung des Hymenophors der Faltenpilze (Meruliaceae); wird auch zur Charakterisierung des Hymenophors von Vertretern anderer Familien verwendet; kann bedeuten:

1. knotig-wulstig-faltig
2. faltig-grubig
3. netzig-porig


Mesoperidie: → Valvagalerte
mesophil: mittlere Wärme- und Feuchtigkeitsbedingungen bevorzugend· (5 - 35 °C, Optimum bei etwa 25 - 30 °C)
mesopodal: mit zentralem Stiel
Mesospor: wird auch zur Charakterisierung des Hymenophors von Vertretern anderer Familien verwendet Sporenaufbau
metachromatisch: (Zellinhalt, Zellwände, Sporenmembran) bei Anfärbung mit einem bestimmten Farbstoff eine von diesem verschiedene Färbung annehmend; z.B. zeigen Macrolepiota-Sporen bei Färbung mit Kresylblau neben der blau eingefarbten äußeren eine rote innere Wandschicht (Ggs. → orthochromatisch).
Metuloiden: → Zystiden
mihi: wörtlich "von mir"; vom Autor anstelle seines Namens gebraucht (→ nobis)
Mikron, Mikrometer: 1/1000 mm; abgekürzt "µm"; Maßeinheit fur mikroskopisches Messen; das früher gebräuchliche Zeichen "µ" ohne den Zusatz "m" ist lt. Resolution 7 der 13. Generalkonferenz fur Maß und Gewicht (1967) in diesem Sinn nicht mehr zu verwenden.
Mikrosklerotien: → Sklerotium
mikroskopisch: nur in der mikroskopischen Vergrößerung zu erkennen (Ggs. → makroskopisch)
Milch: weiße oder farbige Flüssigkeit, die bei Verletzung (bei einigen Arten auch unverletzt) abgesondert wird (z. B. bei Lactarius, Mycena, Peziza)
Milchhyphen: → Hyphen
misit, mis.: zugesandt hat ...
Mitose: gewöhnliche, asexuelle Kernteilung (→ Meiospore)
Mitosesporen: → Konidien. (vgl. → Meiosporen)
mitraförmig: (Spore) von der Form einer Bischofsmütze
Moderfäule: → Fäule
moniliform: (Zystiden, Paraphysen) perlschnurartig
monomitisch: → Hyphensysteme
monomorph: einheitlich, aus nur einem Element oder einer Struktur bestehend (Ggs. → dimorph)
monotypisch: Gattung, die weltweit nur von einer einzigen Art vertreten wird
Monstrosität: Frk. mit (nicht vererbbarer) extremer Bildungsabweichung, die auf Umwelteinflüsse zurückzufuhren ist
montan: → Höhenstufen
morgensternartig: (Spore) von rundlicher Form und mit strahlenförmig angeordneten Stacheln besetzt
morphologisch:

  • im Allgemein: in Bezug auf Formen und Maße eines Organismus; durch Vergleich der morphologischen Merkmale können Übereinstimmungen, Ähnlichkeiten und Unterschiede festgestellt werden; die Morphologie lieferte damit historisch die Grundlagen für die Systematik (→ Taxonomie) und läßt entwicklungsgeschichtliche Zusammenhänge erkennen. Zu beachten sind jedoch analoge Merkmale, also solche, die durch → Konvergenz entstanden sind und damit keine Verwandtschaft anzeigen. Heute gründet sich die (phylogenetische oder natürliche) Systematik mehr und mehr auf Analysen des Erbgutes
  • im Besonderen: in Bezug auf die makroskopischen Merkmale eines Pilzes (→ anatomisch)

 

multiapiculat: → apiculat
multiple Schnallen: → Schnallen
muricat: apikal inkrustiert, d. h. an der Spitze mit scharfkantigen Kristallen besetzt (→ Zystiden)
muriform: (Sporen) mauerförmig eingeteilt (→ Septen)
muschelförmig: (Frk.) von der Form einer Teichmuschel
mutatis characteribus, mut. char.: entspricht -> emend
Mycel: → Myzel
mycophil: parasitisch oder saprophytisch vorzugsweise auf Pilzen lebend
Mykobiont: pilzlicher Partner der Flechtensymbiose
Mykokoenologie: Zweig der Mykologie, der sich mit der Vergesellschaftung der Pilze mit Pflanzen oder untereinander befaßt (Pilzsoziologie)
Mykologie: Pilzkunde, Pilzwissenschaft
Mykorrrhiza: Pilzwurzel; durch Symbiose mit Pilzen zum Zwecke des gegenseitigen Stoffaustausches morphologisch umgestaltete Wurzel von Gehölzen oder krautigen Pflanzen. Man unterscheidet:

 

1. nach der selbständigen Lebensfähigkeit des Pilzes:

a. obligate M.: der Pilz ist ohne Symbiosepartner nicht lebensfähig
b. fakultative M.: der Pilz ist auf den Symbiosepartner nicht unbedingt angewiesen


2. nach der Art der Verbindung zwischen Pilz und höherer Pflanze:

a. ektotrophe M. (Ektomykorrhiza): hier dringen die· Hyphenenden zwar auch ins Wirtsgewebe ein, jedoch nur in die Zellzwischenräume
b. endotrophe M. (Endomykorrhiza): die Hyphenenden des Pilzes dringen in die Wirtszellen ein


Mykose: Infektionskrankheit bei Mensch oder Tier, die durch Pilze hervorgerufen wird
Mykotoxin: Pilzgift
Myriothecium: ascolocularer Fruchtkörper-Typ von unbestimmter oder polsterförmiger Gestalt, der zahlreiche Loculi mit je einem Ascus enthält
myxarioid: Basidien einiger Gallertpilze, deren unterer, stielförmiger Teil vom oberen durch eine Querwand abgetrennt ist
Myxomycet: Schleimpilz; die deutsche Bezeichnung ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß, da diese Organismen heute nicht mehr zum Pilzreich gezählt werden
Myzel, Mycelium (Pl. Myzelien, Mycelia): Gesamtheit der Hyphen einer Pilzpflanze (mit Ausnahme evtl. der Fruchtkörper, Sklerotien. Rhizoide o.ä.); das Myzel kann ein- oder mehrjährig, weiß oder farbig, spinnwebartig bis wattig sein. Man unterscheidet:

  • primäres M. : direkt nach der Keimung der Spore gebildetes M.; das Myzel der Ascomyceten ist stets primär haploid
  • sekundäres M.: dieses bildet sich mit der Phase der Paarkernbildung bei einem Befruchtungsvorgang Sklerotien und Rhizomorphen können als Sonderformen des Myzels betrachtet werden

Myzelfront: die äußersten Bereiche eines Myzels