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oberflächlich: insbesondere bei Ascomyceten verwandter Ausdruck, mit dem festgestellt wird, dass sich der Fruchtkörper von Anfang an auf der Substratoberfläche entwickelt (Ggs. → hervorbrechend)
obligate Mykorrhiza: → Mykorrhiza
obligater Parasit: Organismus, der sich ausschließlich von lebendem Protoplasma ernähren kann; lässt sich in Kultur nicht auf künstlichen Nährböden züchten (Ggs. → fakultativer Parasit)
obtusapiculat: (Sporenomament) breites, kappenartiges Ornament an den Polarenden von Ascosporen (→ apiculat)
odontoid: mit kleinen, kegeligen bis zylindrischen Stacheln, die an der Spitze oft bewimpert sind und kaum länger als 0,5 mm werden
Ölhyphen: → Hyphen
Öltropfen: Lipidtropfen; Fettkörper vor allem in Sporen; vital stets kugelige, lichtbrechende Einschlüsse, die auch bei altem Herbarmaterial in 1 - 5 %er KOH wieder erkennbar werden, aber bei totem Material stark zum Zusammenfließen neigen und dann nicht mehr zweifelsfrei auswertbar sind; nur bei Lebendmaterial (Beobachtung in Leitunswasser) sind ihre Position, Verteilung und Größe von uneingeschränktem taxonomischen Wert. Sie sind mit wäßrigerm Kresylblau nicht anfärbbar im Unterschied zu den ebenfalls lichtbrechenden Vakuolen, die wie Öltropfen aussehen können. Diese lösen sich allerdings in KOH auf und sind in wässriger KOH anfärbbar. Öltropfen können, soweit sie außerhalb von Sporen, z.B. in Paraphysen auftreten, Träger gelber bis rötlicher, fettlöslicher Farbstoffe (z.B. Carotinoide) sein. (→ Vakuole)
Ökologie: Lehre vom Verhältnis der Lebewesen zu ihrer Umwelt
ohrförmig: (Fruchtkörperform) von der Form eines Hasenohres oder einer menschlichen Ohrmuschel
Oidien: ältere, ungenaue Bezeichnung fur Arthrosporen
oleifere Hyphen: → Hyphen
omphaloid: (Fruchtkörperhabitus) gestielt und mit genabeltem Hut
Ontogenese: Entwicklung (z. B. eines Pilzfruchtkörpers)
opak: nicht durchsichtig, lichtundurchlässig (Ggs. → hyalin)
op. cit., opere citato: im angeführten Werk
operculat: Ascus mit Deckel (Operculum) (Ggs. → inoperculat)
Operculum: scharnierartig befestigter, runder Deckel an der Spitze der Asci vieler Discomyceten (Pezizales und Tuberales), den sog. Operculatae; das Operculum wird bei Sporenaustritt entweder weggeschleudert oder es öffnet sich klappenartig.
opere citato, op. cit.: im angeführten Werk; wird benutzt, um Wiederholungen längerer Literaturzitate zu vermeiden
Optimalphase: mittleres, intensivstes Stadium der Holzzersetzung durch Pilze (→ Initialphase, Finalphase)
Ordnung: taxonomische Rangstufe zwischen Klasse und Familie (Endung auf "-ales", z.B. Agaricales)
oreal: → Höhenstufen
organoleptisch: mit den (menschlichen) Sinnesorganen wahrnehmbar
Ornament: (Sporen) Oberflächenverzierung durch eine Vielzahl meist gleicher Elemente wie z.B. Warzen, Stacheln, Grate, Netzleisten oder Rippen
orthochromatisch: ohne → metachromatische Farbreaktion
Ostiole, Ostiolum: scheitelständiger, enger Porus der Perithecien von Ascomyceten, durch den die Sporen austreten; die Ostiole befindet sich oft am Ende einer warzenähnlichen bis langschnabeligen Erhebung (Rostrum)
oval: (Hut-oder Sporenumriss) eiförmig (zweidimensional) (vgl. → elliptisch)
ovoid: eiförmig (dreidimensional) (→ ellipsoid)
oxydase-positiv: Pilz mit Enzymen zum Abbau von Lignin (meist Weißfäuleerreger) (→ Fäule)
oxydase-negativ: Pilz besitzt keine Enzyme zum Abbau von Lignin (Braunfäuleerreger) (→ Fäule)
Ozonium: Besonderes Oberflächenmyzel einiger holzbewohnender Pilze, das wahrscheinlich der Nährstoffspeicherung bis zum Eintritt günstiger Fruktifikationsbedingungen dient; das Ozonium wird neben dem gewöhnlichen Myzel ausgebildet, ist derb, striegelig bis wergartig und von rostroter bis zimtbrauner Farbe