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Taxon (Pl. Taxa): bestimmter Organismus oder Organismengruppe beliebiger Rangstufe im System der Lebewesen, der/die sich durch bestimmte Merkmale einwandfrei von anderen derselben Rangstufe trennen lässt; Taxa sind also namentlich benannte Vertreter von Arten (z.B. Amanita muscaria), Gattungen (z.B: Amanita), Familien (z.B. Amanitaceae) usw. (→ Sippe). Die Begriffe "Art", "Gattung", "Familie", etc, stellen selbst jedoch keine Taxa dar, sondern eben Rangstufen bzw. Kategorien.
Taxonomie: Lehre von der sytematischen Einordnung von Organismen (Klassifizierung); wird meistens gleichbedeutend mit → Systematik verwendet. Klare Definitionen, die beide Begriffe voneinander abgrenzen, konnten nicht gefunden werden (für Hinweise solcher Art mit Quellenangabe sind wir dankbar). Als sinnvoll wird hier gesehen, den Begriff der Taxonomie für Benennung bestimmter Taxa zu nutzen (als z.B., ob die Marone nun Xerocomus badius oder Boletus badius zu nennen ist, wogegen der Begriff der Systematik auf generelle Fragen der Klassifizierung anzuwenden ist (z.B. die Entscheidung für ein klassisches System, welches bei der Einordnung eines Taxons zu einem ranghöheren Taxon auf die Morphologie abstellt oder für ein phylogenetisches System, welches die tatsächlichen Verwandtsachftsverhältnisse und damit die stam­mes­ge­schicht­li­che Entwicklung berücksichtigt. Zu ausführlichen Überlegungen in letztem Punkt siehe "Systematik" im Hauptmenu dieser Seiten.
Teilhülle: → Velum partiale
Teleomorphe: Hauptfruchtform (→ Fungi imperfekti)
tellerförmig: (Hutform) flach mit etwas aufgebogenem Rand
terminal: am Ende befindlich
terrestrisch, terricol: bodenbewohnend
teste: in Übereinstimmung mit..., geprüft von...

Textura: Schicht des Excipulums eines Ascomyceten; man unterscheidet:

1. Textura angularis: aus vielflächigen, nicht fädigen Elementen ohne Zwischenräume
2. Textura globulosa aus ± kugeligen Elementen mit Zwischenräumen
3. Textura intricata: aus fädigen, miteinander stark verflochtenen Elementen ohne parallel verlaufende Wände und durch Zwischenräume getrennt
4. Textura epidermoidea: aus richtungslosen Elementen von ± gleichmäßigem Querschnitt, deren Wände miteinander verbunden sind, so dass Zwischenräume fehlen
5. Textura porrecta: aus dünnwandigen, parallelen, locker miteinander verbundenen Hyphen
6. Textura oblita: aus dickwandigen, englumigen, parallelen Hyphen mit verklebten Wänden
7. Textura prismatica: aus quaderförmigen, ± parallelen, fest miteinander verbundenen Zellen ohne Zwischenräume
8. Textura inflata: Mischung aus kugeligen Zellen mit schlanken, stellenweise aufgeblähten Hyphen


Thecium: Hymenium eines Ascomyceten; bisw. auch fur Ascomyceten-Frk. verwendet
thermophil: ausgesprochen wärmeliebend
thermotolerant: mit großer Temperatur-Toleranz
Tilia: Linde
Thyriothecien: sehr kleine, flache Frk. aus der Ascomyceten-Ordnung Hemisphaeriales, die sich durch einen zentralen Porus öffnen
Tomentum: Haarfilz auf der Hutoberfläche eines Aphyllophorales-Frk., bzw. bei resupinaten Frk. auf der Rückseite (→ Cortex)
torquiert: (Stiel) verdreht
torulos: knorrig-höckerig
Toxikologie: Giftkunde
toxisch: giftig
tränend: mit → Guttationströpfchen
Trama: weitgefaßter Begriff, mit dem recht unterschiedliche sterile Partien eine Basidomyceten-Frk. bezeichnet werden:

1. die Schicht unterhalb des Hymeniums/Subhymeniums im Inneren von Lamellen, Stacheln oder Röhren, die sog. Hymenophoraltrama (→ Lamellentrama, Röhrentrama usw.). Oft wird auch das Subhymenium zur Trama gezählt

2. der sterile Teil der Gleba bestimmter Bauchpilze, auf dem das Hymenium aufbaut
3. allgemein das Hut- oder Stielfleisch eines Frk.


tramal: zur Trama gehörend oder dort entstehend
Tramaplatten: sterile Scheidewände in der Gleba oder Subgleba bestimmter Bauchpilze
Tramazapfen: von der Huttrama ins ± hohle Stielinnere hineinragender keilförmiger Zapfen
Tramalzystiden: → Zystiden
trametoid: von der Art eines Trameten-Frk., d.h. in etwa konsolenförmig und von zäher Konsistenz
Trichoderma:

1. → Deckschicht

2. Anamorphe der Gattung Hypocrea

 

trichodermale Palisade: → Deckschicht
Tricho-Hymeniderm: → Deckschicht
trichterförmig, trichterig: (Hutform) mit starker, zentraler Vertiefung, die in Randnähe beginnt
trichterig-gebuckelt: (Hutform) mit starker, zentraler Vertiefung, die in Randnähe beginnt und an derem Grund sich eine Erhebung befindet
trimitisch: → Hyphensysteme
trocken: (Oberflächen) bei normaler Witterung weder schmierig noch schleimig
truncat: (Hut- und Sporenform) oben abgeplattet, abgestutzt

Typisierung, Typifizierung: die Anwendung der Namen von Taxa (hauptsächlich) auf der Rangstufe der Familie oder darunter (→ Taxonomie) wird durch sog. nomenklatorische Typen geregelt. Ein nomenklatorischer Typus ist dasjenige Element, woran der Name des betr. Taxons (z. B. der Artname) dauerhaft geknüpft ist (bei Arten z. B. eine gesamte Kollektion). Dabei kann es sich um einen Holo-, Lecto- oder Neotypus handeln. Bei einer Art ist der nomenklatorische Typus in der Regel ein Herbarexemplar, das der Erstbeschreibung zugrunde gelegt und vom Autor ausdrücklich als nomenklatorischer Typus (hier der Holotypus) festgelegt wurde. [Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine Abbildung als nomenklatorischer Typus dienen (= Iconotypus)]. Eine Typisierung ist immer dann notwendig, wenn

1. vom Autor kein Holotypus bestimmt wurde oder
2. der Holotypus unauffindbar ist oder
3. der Halotypus nachweislich vernichtet wurde oder
4. sich herausgestellt hat, dass das als Holotypus bezeichnete Material aus zwei unterschiedlichen Taxa besteht


Nach den Regeln des ICBN (→ Botanischer Code) ist in diesen Fällen wie folgt vorzugehen:
Wenn das Material, auf dem die Erstbeschreibung basiert, noch vorhanden ist, muss ein Lectotypus ausgewählt werden. Dies ist ein Ersatzexemplar oder sonstiges Element aus dem der Originalbeschreibung zugrunde liegenden Material. Der Lectotypus kann sein:

1. ein Isotypus; das ist jede Dublette des (nicht mehr verfügbaren) Holotypus, insbes. als Teil derjenigen Kollektion, die den Halotypus enthielt; es ist also stets ein einzelnes Exemplar.
2. ein Syntypus fur den Fall, daß kein Holotypus bezeichnet wurde, sondern alle Exemplare in der Erstbeschreibung als Typen benannt wurden; ein Syntypus kann also jedes Exemplar aus dieser Kollektion sein
3. Wenn 1. oder 2. nicht verfügbar sind, kann u. U. ein Paratypus ausgewählt werden. Das ist alles sonstige Material, das in der Erstbeschieibung neben dem Holotypus und eventuellen Isotypen zitiert wurde. Der ersten Wahl eines Lectotypus müssen sich spätere Autoren anschließen. Wenn sämtliches Material, auf das sich die Erstbeschreibung gründet, verlorengegangen ist, ist ein Neotypus auszuwählen. Dies ist ein Element (gewöhnlich ein Frk.), das als Ersatz gewählt wird. Die Auswahl eines Neotypus setzt besondere Kenntnisse über die Umstände der Originalbeschreibung voraus. Zur Ergänzung eines Holo-, Lecto- oder Neotypus kann ein Epitypus ausgewählt werden, wenn der nomenklatorische Typus oder das gesamte Originalmaterial, das im Zusammenhang mit einem gültig veröffentlichten Namen steht, nachweislich mehrdeutig und eine exakte Anwendung des Namens nicht gesichert ist. Neben der Bezeichnung "Isotypus" fur eine Dublette des Holotypus werden Dubletten der übrigen Typus-Kategorien ebenfalls mit der Vorsilbe "lso-" als solche bezeichnet. Ist nur noch ein Fragment des Holotypus erhalten, wird dieses als Cleptotypus bezeichnet.


Typus: → Typisierung
Typuslokalität, locus typi: Fundort des Originalmaterials eines Typus (→ Typisierung)