Deutscher Name:

Dunkler Birkenpilz

Wissenschaftlicher Name:

Leccinum melaneum Dähncke, 1200 Pilze: pl.98. 1993.

Dunkler Birkenpilz
© Andreas Keller
Systematik
Reich Fungi (Pilze)
Abteilung Basidiomycota (Basidienpilze)
Unterabteilung Agaricomycotina (Ständerpilze)
Klasse Agaricomycetes (Agaricomycetes)
Unterklasse Agaricomycetidae (Hutpilze)
Ordnung Boletales (Röhrenpilze)
Familie Boletaceae (Röhrlingsartige)
Gattung Leccinum (Raufüße)
Art Leccinum melaneum (Dunkler Birkenpilz)
Dunkler Birkenpilz
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Stängelbasis, Verletzung ohne Verfärbung
Dunkler Birkenpilz
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Stielhaut dunkel
Dunkler Birkenpilz
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Röhren nach Druck (ca. 1 Std)
Dunkler Birkenpilz
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Sicht von unten

Allgemeine Beschreibung:

Leccinum melaneum (Smotl.) Pilát & Dermek, Dunkler Birkenpilz - Dähncke, 1200 Pilze: pl.98. 1993.
Leccinum melaneum ist laut Mycobank die Typusart der Gattung Leccinum (Raufüße), das Index Fungorum betrachtet den Namen als aktuell (Stand jeweils 29.04.2013).
Maßgebend für die Morphologie ist die Arbeit von Den Bakker & Noordeloos (2005): Die Gattung Leccinum (Raustielröhrlinge) in West- und Mitteleuropa 1

Vorkommen und Verbreitung
Die Verbreitung ist in Europa auf Grund von Verwechslungen mit dunklen Formen von L. scabrum unklar. In den Niederlanden vier Fundorte 1

Morphologie
Hut 50 - 130 mm im Durchmesser, zunächst konvex, sich im Alter ausbreitent, häufig unregelmäßig gestaltet, braun bis dunkelbraun gefärbt, manchmal mit helleren Flecken, sehr fein filzig und im Alter leich klebrig werdend.
Röhren eng bis stark nahestehend, 8-1,9 mm lang, jung weißlich, nach Reife gräulich bis bräunlich.
Poren gräulich-weiß, häufig mit bräunlichen Flecken, bei Druck bräunend.
Stengel 90-145 mm x 21-55 mm, zylindrisch (stark) keulig, gräulich schwärzlich, vollständig bedeckt mit Schuppen (Schorf), Nahe der Spitze des Stengels feiner, in Richtung Basis allmählich   gröber werdend, im unteren Teil zusammenlaufend und oft und eine Art von Geflecht bildend.
Fleisch weiß, bei Druck häufig rötend, dann nach mehreren Stunden bräunend.
Sporen 14,0 - 19,0 x 5,0 - 6,0 µm, Q = 2,5 - 3,5, Q = 2,9, spindelig mit einem Hilarfleck. Basidien 20,5 - 27,5 x 11,5 - 13,0 µm, 4-sporig, manchmal 2-sporig. Hymenozystiden 25,0 - 52,5 x 7,5 - 11,5 µm, flaschenförmig, keulig mit aufgesetzter Spitze oder euterförmig.
Hutdeckschicht eine lose, komplizierte Haut aus zylindrischen, manchmal gegabelten Zellen, 9,0 - 11,5 ( - 15,0) ?m breit mit dunkel braunen intrazellulären Pigment.
Kaulozystiden 34,0 - 60,5 x 12,5 - 18,5 µm, spindelig, euterförmig und keulig. Keine Schnallen vorhanden.

Verwechslungsgefahr

Leccinum melaneum unterscheidet sich morphologisch nicht viel von L. scabrum, abgesehen davon, dass die Stiel-Oberfläche allgemein graulich oder schwärzlich gefärbt ist, im Gegensatz zu weißlich bis bräunlich bei L. scabrum. Drei der vier Aufsammlungen zeigen weiterhin eine ungewöhnlich breite Stielbasis (weitestgehend keulig Form des Stiels) und einen etwas missgebildeten Hut. Die molekularen Daten zeigen, dass L. melaneum ein Taxon von hybridogen-Ursprung sein könnte. In anderer Literatur wir die Art als Leccinum scabrum var. melaneum geführt

Synonyme nach Index Fungorum
Boletus melaneus (Smotl.) Hlavá?ek, Mykologický Sborník 66(1): 7 (1989)
Boletus scaber var. melaneus Smotl., C.C.H. 28(1-3): 70 (1951)
Krombholzia scabra f. melanea (Smotl.) Vassilkov, Trudy Botanicheskogo Instituta im. V.L. Komarova 10: 370 (1956)
Krombholziella melanea (Smotl.) ?utara, ?eská Mykol. 36(2): 81 (1982)
Leccinum scabrum f. melaneum (Smotl.) Sergeeva, (2000)
Leccinum scabrum var. melaneum (Smotl.) Dermek, Fungorum Rariorum Icones Coloratae 16: 17 (1987)

Verwendung

Die Raufüße stehen in Verdacht, roh genossen, toxisch zu wirken. Sie sollten deshalb gut gegart werden. Die Stiele können bisweilen zäh sein. Aus eigenen Beobachtungen färbt sich das Fleisch bei längerem erhitzen sehr dunkel.

Weitere Quellenangaben

1 Den Bakker, H.C.; Noordeloos, M.E. (2005): Die Gattung Leccinum (Raustielröhrlinge) in West- und Mitteleuropa (Online-Version)
2 Gröger, F., Bresinsky, A. und Besl, H. (Herausg.) (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa Teil I, Regensburger Mykologische Schriften Band 13, Regensburg
3 Gminder, A. (Herausg.) (2008): Handbuch für Pilzsammler, Hamburg
4 Gerhardt, E. (Herausg.) (2011): BLV Pilzführer, München
5 Bon, M. (2010): Pareys Buch der Pilze, Berlin
6 Rothmaler, W. (1994): Exkursionsflora von Deutschland Bd. 1, Jena
7 Krieglsteiner, German J. ((Herausg.) (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs Bd. 2, Stuttgart
8 Oberdorfer, Erich (1994): Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Jena
9 Ellenberg, Heinz (1982): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen, Stuttart
10 Pott, Richard (1995): Die Pflanzengesellschaften Deutschlands 2. Aufl., Stuttgart
11 Heinken, Thilo (2008): Dicrano-Pinion ? Sand- und Silikat-Kiefernwälder, in Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands Heft 10 v. Dierscke H. (Herausg.), Vaccinio-Pineetea, Göttingen
12Härdtle, W., Heinken, T., Pallas, J. u. Weiß, W. (1997): Quercion roboris ? Bodensaure Eichenmischwälder, in Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands Heft 2 v. Dierscke H. (Herausg.), Querco Fagetea, Göttingen
13 Engel, H., Dermek, A., Watling, R. (1978): Rauhstielröhrlinge - Die Gattung Leccinum, Coburg