Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Gelb-beringter Perlpilz

Wissenschaftlicher Name:

Amanita rubescens var. annulosulphurea Gillet 1874

Kein Foto vorhanden!
Systematik
Reich Fungi (Pilze)
Abteilung Basidiomycota (Basidienpilze)
Unterabteilung Agaricomycotina (Ständerpilze)
Klasse Agaricomycetes (Agaricomycetes)
Unterklasse Agaricomycetidae (Hutpilze)
Ordnung Agaricales (Blätterpilze)
Familie Amanitaceae (Knollenblätterpilzartige)
Gattung Amanita (Wulstlinge)
Untergattung Lepidella (Lepidella)
Sektion Validae (Validae)
Art Amanita rubescens var. annulosulphurea (Gelb-beringter Perlpilz)

Allgemeine Beschreibung:

   Amanita rubescens var. annulosulphurea ist nach Bon eine Sippe aus der Sektion Validae in der Familie Amanitaceae. Im Index Fungorum wird der Name als aktuell gelistet (Stand 29.04.2012). Der deutsche Name Gelb-beringter Perlpilz ist bisher ohne zitierfähige Quelle.

   Ausführliche Beschreibungen zu der Variante konnten bisher in der Literatur nicht gefunden werden. Die Bestimmungsmerkmale auf dieser Seite folgen daher bis auf die nachfolgend beschriebenen Attribute denen auf der Seite der Leitvarietät.

   Bei Krieglsteiner ist zu lesen, die im untersuchten Gebiete nicht seltene Varietät sei kleiner als die Stammform, ihr Ring und Stielspitze schwefelgelb, der Hutrand oft kurz gerieft, alle anderen morphologischen und ökologischen Merkmale entsprächen dem der Stammart.1
   Bon führt lediglich einen schwefelgelben Ring an.2

   Ob es sich bei dem Gelb-beringten Perlpilz um eine eine eigenständige Variante oder nur um eine Erscheinungsform der Art mit von äußeren Umständen hervorgerufenen Änderungen handelt, ist umstritten. Oftmals ist zu hören, diese Besonderheiten träten entweder bei länger anhaltender Trockenheit oder genau umgekehrt bei langwährender Feuchtigkeit auf. Auch Gminder erwähnt nur bei der Beschreibung der Typusart, dass bei Trockenheit gewachsene Formen kleinwüchsi­ger seien und vor allem am Ring gelbe Farbtöne aufwiesen.3 Dies würde eher dagegen sprechen, entsprechende Exemplare einer eigenen Variante zuzuordnen. Ich finde jedoch nicht selten gleichzeitig in einem Gebiet Exemplare mit weißem und gelben Ring, wobei dicht zusammen stehende Bestände immer nur je ein Farbe aufweisen. Dies spricht eher dafür, dass es sich um Varianten handelt und nicht um ein witterungsabhängiges Phänomen. In der Literatur konnte ich abgesehen von der Stelle bei Gminder hierzu nichts finden. Über eine Mitteilung entsprechender Fundstellen in der Literatur würde ich mich freuen. Da nach meiner Beobachtung beide Formen gleichzeitig und an gleicher Stelle auftreten und es sich daher zumindest nicht um ein Witterungsphänomen handeln kann, ist es meines Erachtens durchaus sinnvoll, die hier beschriebene Variante von der Leitvarietät zu trennen und ihr taxonomischen Wert beizumnessen.

   Bei allen Autoren außer Krieglsteiner wurde gefunden, dass der Hutrand nicht nur der Amanita rubescens, sondern aller Arten der Sektion Validae und der Untergattung Lepidella ausnahmslos ungerieft oder nur im Alter leicht gerieft ist. Da Krieglsteiner jedoch von nicht seltenen Funden des Gelb-beringten Perlpilzes mit kurz gerieftem Rand spricht, ist dem natürlich Glauben zu schenken. Er weist jedoch darauf hin, dass nicht alle Kartierer Typus und Variante getrennt aufgenommen hätten. Auch in Bezug auf die Riefung des Hutrandes besteht also Klärungsbedarf, Hinweise hierzu an mich sind ebenfalls willkommen.

Weitere Quellenangaben

1Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.)(2003): Die Großpilze Baden Würtembergs Band 4, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart, S. 42ff
2Bon, M. (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 296F
3Gminder, A. (2008): Handbuch für Pilzsammler. Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 179