Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Gelbflockiger Wulstling

Weitere deutsche Namen: Rauer Wulstling
Wissenschaftlicher Name:

Amanita franchetii (Boud.) Fayod 1889

Speisewert: giftverdächtig

Allgemeine Beschreibung:

   Amanita franchetii (Gelbflockiger Wulstling oder Rauer Wulstling) ist nach Bon eine Art aus der Sektion Validae in der Familie Amanitaceae.1 Das Index Fungorum listet den Namen als aktuell (Stand 08.06.2012).

   Knudsen und Vesterholt beschreiben den Gelbflockigen Wulstling mit fünf bis zehn cm durchmessenden, erst hablbkugeligen, dann konvexen bis ausgebreiteten, cremefarbenen bis ocker-gelben Hut, sein Rand hellgelb. Das Velum formt lose, gelbe bis ockerfarbene Fragmente auf dem Hut. Die Lamellen sind ebenso weiß wie der 50-100 x 10-20 mm messende, zylindrische bis keulenförmige Stiel und der Ring, der jedoch einen hellgelben Rand hat. Die Stielbasis ist verdickt und ebenfalls hellgelb. Der Geruch ist unbedeutend. Die elliptischen Sporen haben eine Größe von 8-10 x 6-7 µm. Die Art kommt in Laubwäldern auf Kalk oder guten Böden vor. 2
   Nach Krieglsteiner kann der gesamte Hut und nicht nur sein Rand auch hellgelb sein. Bei Trockenheit ist er seidig glänzend, bei Feuchtigkeit leicht schmierig, sein Rand lange eingebogen und oft mit Velumresten behangen. Die Lamellenschneiden sind fein flockig. Die hängende, häutige, weiße, Manschette ist am Rand gelb bis bräunlich flockig und oberseits schwach gerieft. Über ihr ist der Stiel weiß bis cremefarben und glatt oder schwach gerieft, unter dem Ring weiß mit schuppig- bis flockigartigen, gelben Bändern, in knolliger Basis mit oft grobschuppigen Gürteln endend. Die Art kommt nicht nur auf alkalischen, sondern auch auf neutralen und sauren, Böden unterschiedlichen Nährstoffgehalts vor, meist an Laub- doch auch an Nadelbäume gebunden.3
   Guthmann, Hahn, Reichel bezeichnen die Art als giftverdächtig.4

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Gesamter Fruchtkörper
Fruchtkörper
mit Hut und Stiel
Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
nicht vorhanden
Fruchtkörpergröße
mittel
Hymenophor
Zwischenlamellen
vorhanden
Lamellengabelung
nicht vorhanden
Hymenophorfarbe
weiß
Art des Hymenophors
Lamellen
Anastomosen (Querverbindungen zwischen den Lamellen)
nicht vorhanden
Velum
Velum universale (Gesamthülle)
vorhanden
Velum partiale (Ring, Cortina, etc)
vorhanden
Velum an der Basis
warzig gegürtelt, rudimentär oder fehlend
Velum am Hut
Velumreste am Hutrand, grob bewarzter Hut
Ringriefung
vorhanden
Ring / Manschette / Cortina
Ring hängend angewachsen
Farbe des Ringes / der Cortina
gelb, weiß
Stiel
Stielkonsistenz
bricht faserig
Stielform
keulig, zylindrisch
Stielbasis
verdickt
Stielansatz
mittig
Hut und Stiel leicht trennbar
ja
Grundfarbe des Stieles
gelb, hell (creme, elfenbein, etc), weiß
Beschaffenheit der Stieloberfläche
flockig, schuppig
Milch
Milch
fehlend
Exsudation (Guttationstropfen)
fehlend
Hut
Hygrophanität
nicht vorhanden
Hutrippung
Hut ungerieft oder nur im Alter leicht gerieft
Hutform
ausgebreitet, gewölbt (konvex), halbkugelig
Hutfeuchtigkeit
schmierig, trocken
Hutfarbe ( Hauptfarbe)
ocker, gelb, hell (creme, elfenbein, etc)
Hutbuckelung
ungebuckelt
Autolyse
nicht vorhanden
Umweltfaktoren
Habitat
Mischwald, Laubwald, Nadelwald
Bodenqualität
neutral, Kalk, sauer
Olfaktorische / gustatorische Wahrnehmung
Geruch
unbedeutend pilzartig
Sporenpulver
Farbe des Sporenpulvers
reinweiß bis blasscreme
Amyloidität
amyloid

Mikroskopische Merkmale

Sporenornament
glatt
Sporenform ( ohne Ornamentation)
elliptisch
Sporenart
Basidiospore
Cheilozystiden
ballonförmig
Anzahl der Sporen im Ascus bzw. auf der Basidie
4
Sporengröße (Breite x Länge):
6,0 bis 7,0 µm x 8,0 bis 10,0 µm

Weitere Quellenangaben

1Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 296f
2Knudsen, H. & Vesterholt, J. (Hrsg.) (2008): Funga Nordica. Nordsvamp, Kopenhagen, S. 332
3Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.)(2003): Die Großpilze Baden Würtembergs Band 4, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart, S. 36f
4Guthman, J.; Hahn, Dr. C; Reichel, R. (2011): Taschenlexikon der Pilze Deutschlands, 1. Auflage, Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co., Wiesbaden, S. 55