Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Grauer Wulstling

Wissenschaftlicher Name:

Amanita excelsa var. valida (Fr.) Wasser 1992

Speisewert: essbar

Allgemeine Beschreibung:

   Amanita excelsa var. valida aus der Familie Amanitaceae wird im Index Fungorum als aktueller Name geführt. Es ist jedoch umstritten, ob diese Variante des Grauen Wulstlings klar von der Typusform oder den anderen Varianten abzugren­zen ist. Die Zuordnung zur Sektion Validae folgt Bon.1

   Umfassende Angaben zu der Variante konnten nicht gefunden werden. Krieglsteiner beschreibt sie als mit honigbraunem Hut, dessen Rand gerieft ist, mit wurzelndem Stiel und bei Verletzung bräunend. Er weist jedoch darauf hin, dass Übergänge vorkämen, so dass diese Variante keinen taxonomischen Wert habe.2

   Eigene Beobachtungen zu der Variante liegen nicht vor. Da die in Standardliteratur verfügbaren Informationen gering sind, soll hier über den Wert des Taxons nicht entschieden werden. Unabhängig von der Bewertung der Merkmale ist jedenfalls wichtig zu betonen, dass der Graue Wulstling mit gerieftem Hutrand vorkommt. Laut Bon soll es in der Untergattung Lepidella keine Arten mit gerieften Hüten geben, was nach ihm auch eines der wenigen Unterscheidungsmerkmale zu den beiden weiteren in Amanita enthaltenen Untergattungen ist.2 Die Bestimmungsmerkmale auf dieser Seite folgen bis auf die oben angeführten Besonderheiten denen auf der Seite der Typusart.

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Gesamter Fruchtkörper
Fruchtkörper
mit Hut und Stiel
Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
nicht vorhanden
Fruchtkörpergröße
mittel, groß
Hymenophor
Zwischenlamellen
vorhanden
Lamellengabelung
nicht vorhanden
Hymenophorfarbe
weiß
Hymenophoransatz
angeheftet, breit angewachsen, frei
Art des Hymenophors
Lamellen
Anastomosen (Querverbindungen zwischen den Lamellen)
nicht vorhanden
Veränderungen / Reaktionen
Verfärbung(en) bei Verletzung
bräunend
Chemische Reaktionen
mit Phenol rötend
Velum
Velum universale (Gesamthülle)
vorhanden
Velum partiale (Ring, Cortina, etc)
vorhanden
Velum an der Basis
rudimentär oder fehlend
Velum am Hut
grobschollige Velumreste, grob bewarzter Hut
Ringriefung
vorhanden
Ring / Manschette / Cortina
Ring hängend angewachsen
Farbe des Ringes / der Cortina
weiß
Stiel
Stielkonsistenz
bricht faserig
Stielform
keulig, zylindrisch
Stielfeuchtigkeit
trocken
Stielbasis
verdickt
Stielansatz
mittig
Hut und Stiel leicht trennbar
ja
Grundfarbe des Stieles
grau, braun, weiß
Beschaffenheit der Stieloberfläche
flockig, schuppig
Umweltfaktoren
Soziabilität
gesellig, einzeln
Habitat
Mischwald, Laubwald, Nadelwald
Olfaktorische / gustatorische Wahrnehmung
Schärfe (nicht bei Täublingen)
mild
Geschmack
süß
Geruch
Kartoffelkeller, rettichartig, obstartig/fruchtig, unbedeutend pilzartig
Milch
Milch
fehlend
Exsudation (Guttationstropfen)
fehlend
Hut
Hygrophanität
nicht vorhanden
Hutrippung
Hutrand gerieft
Hutform
ausgebreitet, gewölbt (konvex), halbkugelig
Hutfarbe ( Hauptfarbe)
braun, ocker
Hutbuckelung
ungebuckelt
Autolyse
nicht vorhanden
Fleisch
Fleischfarbe
braun, weiß
Sporenpulver
Farbe des Sporenpulvers
reinweiß bis blasscreme
Amyloidität
amyloid

Mikroskopische Merkmale

Sporenornament
glatt
Sporenform ( ohne Ornamentation)
elliptisch, rundlich
Sporenart
Basidiospore
Cheilozystiden
ballonförmig
Anzahl der Sporen im Ascus bzw. auf der Basidie
4
Sporengröße (Breite x Länge):
6,0 bis 8,0 µm x 7,0 bis 10,0 µm

Weitere Quellenangaben

1Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.)(2003): Die Großpilze Baden Würtembergs Band 4, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart, S. 34
2Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 296