Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Pantherpilz

Weitere deutsche Namen: Sachsentod
Wissenschaftlicher Name:

Amanita pantherina (DC.) Krombh. 1846

Pantherpilz
© Dirk Harmel
Amanita pantherina - Pantherpilz
Pantherpilz
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Pantherpilz
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Pantherpilz
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ungeriefte Man- schette
Pantherpilz
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mehr oder weniger stark geriefter Hut- rand
Pantherpilz
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Lamellen mitnich- ten stets freiste- hend
Pantherpilz
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"Bergsteigersöck- chen"
Pantherpilz
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Pantherpilz
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Pantherpilz
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Allgemeine Beschreibung:

   Amanita pantherina (Pantherpilz9 ist eine Art aus der Untergattung Amanita in der Familie Amanitaceae. Der Name ist im Index Fungorum als aktuell verzeichnet (Stand 09.06.2012).

   Nach Knudsen & Vesterholt wächst die äußerst giftige Art im Sommer bis Herbst auf neutralen bis kalkhaltigen Böden in Wäldern und Parks, häufig unter Buche, Eiche, Linde und ähnlichen Bäumen, seltener in Nadelwäldern oder auf mit Kriechweide bewachsenen Sanddünen. Sie hat einen vier bis zehn cm durchmessenden, erst halbkugeligen, dann konvexen bis ausgebreiteten, gelblich-braunen bis braunen Hut mit losen Fragmenten des Velum universale. Ihre Lamellen und ihr Fleisch sind ebenso weiß wie der 6-10 x 1-2 cm messende, faserige, zylindrische bis keulenförmige Stiel mit knolliger Basis und weißem, ungerieftem Ring, der Geruch ist unbedeutend. Die breit elliptischen Sporen messen 10-12 x 7-9 µm.1
   Bon schreibt, der Pantherpilze wachse in Laub- und Nadelwäldern auf sauren Böden, sein Hut könne auch graubraun sein, die Lamellen seien milchweiß und die Basalknolle habe ein bis drei mehr oder weniger spiralförmige Ringe und einen wulstförmigen Rand.2
   Gerhardt weist darauf hin, dass die Stielknolle mit "umgerolltem Bergsteigersöckchen" tief im Boden sitzt, das Fleisch riecht nach Rettich und rötet nicht.3
   Der Pilz ist Namensgeber für das Pantherina-Syndrom, eine Vergiftung durch die Stoffe Ibotensäure, Muscimol und Muscazon, die zu Rauschzuständen mit starker Erregung und Halluzinationen sowie Herz-Kreislauf-Störungen, Lähmungen und Atemstillstand führen kann.4
   Die Giftstoffe sind die gleichen wie im Fliegenpilz, dort jedoch in deutlich niedrigerer Konzentration enthalten.5

   Dem übergeordneten Taxon folgend ist der Hutrand gerieft, das Sporenpulver weiß und inamyloid. Nach eigener Erfahrung ist der Geruch wie von Gerhardt beschrieben rettichartig. Er ist zwar nicht so ausgeprägt wie bei einigen Fälblingen, jedoch stets wahrnehmbar. Das unten stehende Merkmal wurde entsprechend gesetzt.


   Zu folgenden Merkmalen wurden keine Angaben in der Literatur gefunden, was bedeuten kann, aber nicht muss, dass sie bei dieser Art nicht vorkommen oder keine Rolle spielen. Die hier gemachten Angaben bei diesen Merkmalen beruhen auf eigenen Beobachtungen:

- Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
- Hutfeuchtigkeit
- Hygrophanität
- Autolyse
- Anastomosen
- Stielfeuchtigkeit
- Stieldichte
- Hypogäische Pilzteile
- Milch
- Exsudation
- Soziabilität

Verwechslungsgefahr

Wird gerne mit dem Perlpilz oder dem grauen Wulstling verwechselt. Insbesondere Pilzsammler, in dener Heimat Amanita pantherina nicht, jedoch Amanita excelsa vorkommt, verwechseln diee miteinander, wenn sie in der Fremde Pilze sammeln, weshalb ersterer auch den Namen "Sachsentod" trägt.

Weitere Quellenangaben

1Knudsen, H. & Vesterholt, J. (Hrsg.) (2008): Funga Nordica. Nordsvamp, Kopenhagen S. 327
2Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 296
3E. Gerhardt (2004): PILZE SAMMELN ABER RICHTIG, BLV Verlagsgesellschaft mbH, München, S. 27
4Leitfaden für Pilzsachverständige; Hrsg.: Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DgfM e.V.) und Landesgesundheitsamt Mecklenburg-Vorpommern, 2. durchgesehene Auflage von 2006, S. 27
5E. Gerhardt (2004): PILZE SAMMELN ABER RICHTIG, BLV Verlagsgesellschaft mbH, München, S. 27