Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Porphyrbrauner Wulstling

Wissenschaftlicher Name:

Amanita porphyria Alb. & Schwein. 1805

Porphyrbrauner Wulstling
© Dirk Harmel
Amanita porphyria - Porphyrbrauner Wulstling
Porphyrbrauner Wulstling
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violett-brauner Hut mit Velumresten
Porphyrbrauner Wulstling
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abgesetzte Knolle mit
Porphyrbrauner Wulstling
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Porphyrbrauner Wulstling
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angeheftete Lamellen
Porphyrbrauner Wulstling
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geriefte Manschette

Allgemeine Beschreibung:

   Amanita porphyria (Porphyrbrauner Wulstling) ist nach Bon eine Art aus der Sektion Phalloideae in der Familie Amanitaceae.1 Das Index Fungorum sieht den Namen als aktuell an (Stand 08.06.2012).

   Knudsen & Vesterholt beschreiben Amanita porhyria mit gräulichbraunem, drei bis neun cm durchmessenden, erst glockenförmigen, dann konvexen Hut mit gleichfarbigem Buckel. Der Ring schwärzt, das Velum universale bildet lose, graubraune Fragmente auf dem Hut. Die Lamellen sind weiß. Der sechs bis elf cm lange und fünf bis zwölf mm breite, zylindrische bis keulenförmige Stiel mit gerundeter Basalknolle trägt einen häutigen Ring. Der Geruch ist kartoffelartig. Die mehr oder weniger rundlichen Sporen durchmessen acht bis zwölf µm. Die Art wächst sehr häufig in nährstoffarmen Nadelwäldern, seltener auch unter Laubbäumen und in subalpinen Birkenwäldern.1
   Bon schreibt, der Porphyrbraune Wulstling komme in feuchten, bodensauren Nadelwäldern vor, trage einen braunen Hut und fragilen, grau-violetten Ring.2
   Krieglsteiner zu Folge ist der Hut dieser Art feucht, bei Trockenheit seidig glänzend und mit kaum sichtbaren radialen Fasern. Die weißlichen, schmalen, weichen und gedrängt stehenden Lamellen, sind freistehend oder angeheftet. Der bald hohle Stiel ist unterhalb des Ringes grau-violett gefärbt, gelegentlich mit Schüppchen gemasert. Der dünne, vergängliche Ring ist anfangs weiß, unterseits grau-violett und steht ab, später klebt er an. Die meist fast kugelige Knolle durchmisst bis drei cm, trägt einen wulstigen Saum oder eine häutige Scheide. Das Fleisch ist weiß, unter der Huthaut violett. Wie Amanita citrina enthält die Art Bufotenin und riecht nach Kartoffelkeimen oder Rettich.3
   Nach eigener Beobachtung kommt Amanita porphyra auch in trockenen Nadel- und Mischwäldern vor. Hut und Ring haben meist die gleiche Farbe, die von gräulichen Braun- bis Violetttönen variieren kann. Einen gebuckelten Hut konnte ich bisher nicht entdecken, kann aber natürlich nicht ausschließen, dass dieser vorkommt. Unklar ist, was Krieglsteiner meint, wenn er von einem feuchten Hut schreibt. Nach eigenen Beobachtungen ist er bei Trockenheit nicht feucht. Möglicherweise möchte er zum Ausdruck bringen, dass der Hut bei Feuchtigkeit klebrig, schmierig oder schleimig ist. Da dies aber nicht näher ausgeführt ist, bleibt das Merkmal ungesetzt. Den Stiel würde ich nicht wie Krieglsteiner als mit Schüppchen gemasert, sondern als genattert bezeichnen. Seine Grundfarbe ist creme bis sandfarben, die Natterung entspricht der Hutfarbe. Der Fruchtkörper entspricht dem in der Gattung aufgeführten Typus 2. Auch wenn allein ein Hinweis auf das nur roh giftige Bufotenin gefunden wurde, so wurde jedoch auch kein Ausschluss von anderen Giften gefunden, so dass der Speisewert hier unbestimmt bleibt.

   Zu folgenden Merkmalen wurden keine Angaben in der Literatur gefunden, was bedeuten kann, aber nicht muss, dass sie bei dieser Art nicht vorkommen oder keine Rolle spielen. Die hier gemachten Angaben bei diesen Merkmalen beruhen auf eigenen Beobachtungen:

•Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
•Hygrophanität
•Autolyse
•Anastomosen
•Lamellengabelung
•Stielfeuchtigkeit
•Ringriefung
•Hypogäische Pilzteile
•Milch
•Exsudation
•Verfärbung(en) bei Verletzung
•Soziabilität

Weitere Quellenangaben

1Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 298F
2Knudsen, H. & Vesterholt, J. (Hrsg.) (2008): Funga Nordica. Nordsvamp, Kopenhagen, S. 331
3Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 298F
4Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.)(2003): Die Großpilze Baden Würtembergs Band 4, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart, S. 40ff