Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Strandkiefernwulstling

Wissenschaftlicher Name:

Amanita boudieri var. beillei (Beauseign.) Neville & Poumarat 1996

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Systematik
Reich Fungi (Pilze)
Abteilung Basidiomycota (Basidienpilze)
Unterabteilung Agaricomycotina (Ständerpilze)
Klasse Agaricomycetes (Agaricomycetes)
Unterklasse Agaricomycetidae (Hutpilze)
Ordnung Agaricales (Blätterpilze)
Familie Amanitaceae (Knollenblätterpilzartige)
Gattung Amanita (Wulstlinge)
Untergattung Lepidella (Lepidella)
Sektion Lepidella (Lepidella)
Art Amanita boudieri var. beillei (Strandkiefernwulstling)

Allgemeine Beschreibung:

   Amanita boudieri var. beillei ist laut Index Fungorum ein nicht aktueller Name für den Strandkiefernwulstling, ohne dass auf ein Synonym verwiesen würde. Laut Mycobank ist er jedoch legitim, die so bezeichnete Sippe gehört zur Familie Amanitaceae (Stand jeweils 04.05.2012).

   Die nachfolgenden Merkmale entsprechen am ehesten denen der Sektion Lepidella innerhalb der Untergattung Lepidella aus der Gattung Amanita, wobei die Abgrenzung zur Sektion Validae nicht eindeutig ist. Die hier beschrieben Art wurde daher von mir der Sektion Lepidella zugeordnet, Angaben in der Literatur hierzu wurden nicht gefunden.

   Die in diesem Absatz aufgeführten Angaben sind aus nicht verifizierter Quelle (amanitaceae.org), die ihrerseits auf   Beauseigneur Bezug nimmt, soweit nicht anders bezeichnet. Die Übereinstimmung mit den Originalquellen muss noch geprüft werden.
   Der Hut hat einen Durchmesser von 60 - 120 mm, er ist erst konvex und creme-weiß, bald ausgebreitet und schmutzig-weiß, fleischig, der Rand ist ungerieft, behangen mit flockigen Volvaresten. Auf dem Hut sind Reste der Volva in Form von dicht beieinander liegenden, deutlich erhabenen, weißen, pyramidenförmigen Warzen. Das Hutfleisch ist schmutzig weiß, an Schnittflächen manchmal rosa verfärbend.
   Die gedrängt stehenden und relativ dicken Lamellen sind anfangs rosa, später lehmfarben, im gesamten Querschnitt pigmentiert und mit herablaufendem Zahn am Stiel.
   Der Stiel ist 100 - 200 mm lang und 10 - 20 mm im Durchmesser, schmutzig weiß bis cremefarben, wattig ausgestopft, hohl werdend, unterhalb der Ringzone geschuppt, mit rübenförmiger Basis. Die Ringzone ist anfangs flockig, jedoch können die schmutzig-weißen Flocken abfallen oder als bröselige Schuppen übrig bleiben. Reste der Volva verbleiben am oberen Teil der rübenförmigen Basis als zwei bis drei ungleiche Ringe, und als körnige oder warzige Anhaftungen am unteren Ende. Das Stielfleisch ist milchkaffeefarben, an Schnittflächen manchmal rosa verfärbend.
   Die Sporenmaße sind 11 - 14 x 7 - 8   µm groß, länglich (im Original: elongate), das Sporenpulver ist Neapelgelb.
   Gilbert (1941) gibt an, das in seinen Funden dieser Art nur ein Exemplar leicht gelb gefärbtes Sporenpulver hatte.
   Nach Neville und Poumarat (2004) sind die Sporen länglich bis zylindrisch und amyloid, ihre Maße sind 10 - 14 × 5 - 7,5 (-8) µm. Schnallen sind nicht vorhanden.

   Hahn & Lohmeyer1 schreiben mit Bezug auf den "Schlüssel der Gattung Amanita Sardiniens von Contu (2000)", Amanita beillei (Beauseign.) Bon & Contu   habe rosa gefärbte Lamellen und rosafarbenes Sporenpulver.

   Die Farbe des Sporenpulvers ist mithin umstritten, eine eindeutige Festlegung scheint mir angesichts der dürftigen Quellenlage nicht möglich. Klar scheint nur, dass das Sporenpulver nicht oder zumindest nicht immer weiß ist und diese Art damit bezüglich dieses Merkmals eine der wenigen Ausnahme in der Gattung der Wulstlinge ist. Dies hat jedenfalls zur Folge, dass in den übergeordneten Taxa die Sporenpulverfarbe unbestimmt bleibt. Auf Grund der o.a. schwierigen Abgrenzung zur Sektion Validae ist nicht auszuschließen, dass dort die Einschränkung vorzunehmen wäre. Wegen der Amyloidität des Sporenpulvers ist die Zuordnung zur Untergattung Lepidella hingegen eindeutig.

Weitere Quellenangaben

1Hahn, C & Lohmeyer, T (2010): MYKOLOGIA BAVARICA, Band 11, April 2010, S. 41