Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Weißer Knollenblätterpilz

Wissenschaftlicher Name:

Amanita phalloides var. alba Costantin & L.M. Dufour 1895

Speisewert: tödlich giftig

Allgemeine Beschreibung:

    Bon stellt Amanita phalloides var. alba (Weißer Knollenblätterpilz) in die Sektion Phalloideae.1 Das Index Fungorum sieht den Namen als nicht aktuell an, es wird auf die Stammform verwiesen. Die deutsche Bezeichnung "Weißer Knollenblätterpilz" wird umgangssprachlich für verschiedene Wulstlinge benutzt, neben dem hier beschriebenen Taxon auch für Amanita verna und Amanita virosa. Bei Bollmann, Gminder, Reill ist unter diesem Namen die hier aufgeführte Variante von A. phalloides vezeichnet.2 Krieglsteiner sieht auch A. verna nur als Variante von A. phalloides und erstere zumindest in ihrer nördlich der Alpen vorkommenden Sippe als synonym mit A. phalloides var. alba.3 Dem kann hier nicht gefolgt werden, doch jedenfalls scheint die var. alba bei den meisten Autoren keine eigenständige Art zu sein und so wird sie auch hier behandelt.

   Eine ausführliche und von der Typusart unabhängige Beschreibung der var. alba konnte in der Literatur nicht gefunden werden. Die meisten Autoren, so auch Bon4 und Krieglsteiner5, verweisen auf den Typus und geben als einzigen Unterschied die Farbe an, die hier für alle Teile des Fruchtkörpers rein weiß ist. Dem wird hier bis auf weiteres gefolgt und die nachfolgend gelisteten Merkmale bis auf die Farbe der Beschreibung der Typusart entnommen.

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Gesamter Fruchtkörper
Fruchtkörper
mit Hut und Stiel
Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
nicht vorhanden
Fruchtkörpergröße
mittel
Veränderungen / Reaktionen
Verfärbung(en) bei Verletzung
fehlend
Velum
Velum universale (Gesamthülle)
vorhanden
Velum partiale (Ring, Cortina, etc)
vorhanden
Velum an der Basis
sackartig bescheidet
Velum am Hut
häutige Velumreste, fehlend
Ringriefung
vorhanden
Ring / Manschette / Cortina
Ring hängend angewachsen
Farbe des Ringes / der Cortina
weiß
Stiel
Stielkonsistenz
bricht faserig
Stielform
keulig, zylindrisch
Stielfeuchtigkeit
trocken
Stieldichte
vollfleischig, wattig ausstopft, hohl
Stielbasis
verdickt
Stielansatz
mittig
Hypogäische Pilzteile
fehlend
Hut und Stiel leicht trennbar
ja
Grundfarbe des Stieles
weiß
Beschaffenheit der Stieloberfläche
genattert
Umweltfaktoren
Soziabilität
gesellig, einzeln
Habitat
Mischwald, Laubwald, Nadelwald
Bodenqualität
Kalk, sauer
Milch
Milch
fehlend
Exsudation (Guttationstropfen)
fehlend
Hymenophor
Lamellengabelung
nicht vorhanden
Hymenophorfarbe
weiß
Hymenophoransatz
frei
Art des Hymenophors
Lamellen
Anastomosen (Querverbindungen zwischen den Lamellen)
nicht vorhanden
Hut
Hygrophanität
nicht vorhanden
Hutrippung
Hut ungerieft oder nur im Alter leicht gerieft
Hutform
ausgebreitet, gewölbt (konvex), halbkugelig
Hutfeuchtigkeit
klebrig, trocken
Hutfarbe ( Hauptfarbe)
weiß
Hutbuckelung
ungebuckelt
Beschaffenheit der Hutoberfläche (ohne Berücksichtigung des Hutvelums und Feuchtigkeit)
radialfaserig einwachsen
Autolyse
nicht vorhanden
Fleisch
Fleischfarbe
weiß
Sporenpulver
Farbe des Sporenpulvers
reinweiß bis blasscreme
Amyloidität
amyloid

Mikroskopische Merkmale

Sporenornament
glatt
Sporenform ( ohne Ornamentation)
elliptisch, rundlich
Cheilozystiden
ballonförmig
Sporengröße (Breite x Länge):
6,0 bis 8,0 µm x 7,5 bis 9,0 µm

Weitere Quellenangaben

1Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 298f
2Bollmann, A; Gminder, A; Reil, P; (2007): ABBILDUNGSVERZEICHNIS DER EUROPÄISCHEN GROSSPILZE, 4. überarbeitete und erweiterte Auflage, Hornberg, S. 11
3Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.)(2003): Die Großpilze Baden Würtembergs Band 4, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart, S. 40
4Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 298F
5Krieglsteiner, G.J. (Hrsg.)(2003): Die Großpilze Baden Würtembergs Band 4, Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., Stuttgart, S. 40