Deutscher Name:

Weißschuppige Rotkappe

Weitere deutsche Namen: Weißstielige Rotkappe
Wissenschaftlicher Name:

Leccinum albostipitatum den Bakker & Noordel., 2006

Weißschuppige Rotkappe
© Andreas Keller
Systematik
Reich Fungi (Pilze)
Abteilung Basidiomycota (Basidienpilze)
Unterabteilung Agaricomycotina (Ständerpilze)
Klasse Agaricomycetes (Agaricomycetes)
Unterklasse Agaricomycetidae (Hutpilze)
Ordnung Boletales (Röhrenpilze)
Familie Boletaceae (Röhrlingsartige)
Gattung Leccinum (Raufüße)
Art Leccinum albostipitatum (Weißschuppige Rotkappe)
Weißschuppige Rotkappe
© Andreas Keller
Weißschuppige Rotkappe
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Allgemeine Beschreibung:

Leccium albostipitatum (Weißschuppige Rotkappe) ist laut Den Bakker & Noordeloos1 eine Typusart der Gattung Leccinum (Raufüße), sie betrachten den Namen als aktuell (Stand jeweils 05.01.2013).

Verbreitung und Vorkommen
Leccium albostipitatum ist ein Mykorrhiza-Pilz mit Populus. Er ist Vorwiegend ein borealer und sub-alpiner Vertreter, allgemein verbreitet in Skandinavien und Gebirgsregionen zentral Europas, kommt im Flachland aber seltener vor.

Morphologie
Hut 80-250 mm, jung halbkugelförmig, convex bis planconvex mit zunehmenden Altern, Rand besonders bei jungen Fruchtkörpern hart, mit Teilschleierresten, die mehr als 4 mm überschreiten, bei reifen Fruchtkörpern häufig anscheinend komplette und geringfügig abwesende Ränder, kräftig orange. (Mu. 7.5 YR 7/6 -7/8); Oberfläche gänzlich filzig bis faserig - schuppig. Röhren angenähert bis angewachsen, bauchig, 9-30 mm lang, blass bräunlich (Mu 10 YR 6/4), gelblich weiß. Poren ca 0.5 mm im Durchmesser, gelblich weiß bis sehr schwach bräunlich (Mu 10 YR 7/4), bei Verletzung bräunlich verfärbend. Stiel 50-270 x 15-50 mm, zylindrisch bis schwach keulig, weißlich, oft mit einer klaren blauen Verfärbung an der Stängelbasis wenn behandelt, licht oder dicht bedeckt mit Schuppen (manchmal auf der gröberen Stängelbasis), bei jüngeren Exemplaren weißlich bis rötlich braun bei älteren Spezies. Trama weiß, bei Verletzung häufig weinfarben, dann grau, schwärzlich, an der Stängelbasis oft bläulich verfärbend.
Sporen (9.5-) 11-17. x 3.9-5.1 (-5.6) ?m, Q=2.3-3.6 (-4.0), Q= 3.1; spindelig mit einer kegeligen Spitze, mit deutlichen Hilarfleck, blass, purpur braun im Wasser. Basidien 23.5-35.0 x 7.5-11.0 ?m, keulig, 2- or 4-Sporen. Hymenozystiden 20-45 ?m x 7- 10?m, euterförmig im röhrigen Hymenium, Form der Zystidien der Hymeniumporen Oberfläche nicht deutlich erkennbar. Hutdeckschicht (Pileipellis) komplex (ixo-)trichoderm   aus eng zylindrischen bis zylindrischen Elementen, Endzellen häufig, 34-81.5 x 4.0-15.5 ?m, Pigmente in Wasser häufig intrazellulär körnig verkrustet, gelblich braun. Kaulozystiden 16.0-63.0 x 16-63.0 ?m, keulig bis spindelig, selten flaschenförmig, Spitze gewöhnlich stumpf, Inhalt in KOH blass sepiafarben bis durchsichtig. Schnallen fehlend.

Verwechslungsgefahr

Leccinum aurantiacum (Bull.) Gray, Laubwald-Rotkappe
Der Hauptunterschied zwischen L. aurantiacum and L. albostipitatum ist in der Farbe der Stiel-Beschuppung zu finden und in der Deckfarbe beider in frischen und trockenen Fruchtkörper (Karpophoren). L. aurantiacum hat für gewöhnlich ein braun-rötliche Stielverzierung, die in jungen Fruchtkörpern bereits rötlich gefärbt ist. L. albostipitatum beginnt mit einer völlig weißen Stängel-Verzierung, dass sich in älteren Fruchtkörpern leicht dunkel verfärbt. Vorsicht ist geboten, wenn die Fruchtkörper von hohen Gras bedeckt werden. In diesem Fall ist die Hutfarbe die bessere Variante die beiden Arten voneinander zu unterscheiden. L. aurantiacum hat eine lebhaft rötlich bis rötlich braune Kappe und hat im trockenen Zustand eine rötlich braune Farbe. Die Hutfarbe von L. albostipitatum ist gewöhnlich kräftig orange und ändert sich im trockenen Zustand zu einem stumpfen Hellbraun.

Verwendung

Essbar, steht jedoch in Verdacht, roh giftig zu sein.

Weitere Quellenangaben

1 Den Bakker, H.C.; Noordeloos, M.E. (2005): Die Gattung Leccinum (Raustielröhrlinge) in West- und Mitteleuropa (Online-Version)
2 Gröger, F., Bresinsky, A. und Besl, H. (Herausg.) (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa Teil I, Regensburger Mykologische Schriften Band 13, Regensburg
3 Gminder, A. (Herausg.) (2008): Handbuch für Pilzsammler, Hamburg
4 Gerhardt, E. (Herausg.) (2011): BLV Pilzführer, München
5 Bon, M. (2010): Pareys Buch der Pilze, Berlin
6 Rothmaler, W. (1994): Exkursionsflora von Deutschland Bd. 1, Jena
7 Krieglsteiner, German J. ((Herausg.) (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs Bd. 2, Stuttgart
8 Oberdorfer, Erich (1994): Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Jena
9 Ellenberg, Heinz (1982): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen, Stuttart
10 Pott, Richard (1995): Die Pflanzengesellschaften Deutschlands 2. Aufl., Stuttgart
11 Heinken, Thilo (2008): Dicrano-Pinion ? Sand- und Silikat-Kiefernwälder, in Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands Heft 10 v. Dierscke H. (Herausg.), Vaccinio-Pineetea, Göttingen
12Härdtle, W., Heinken, T., Pallas, J. u. Weiß, W. (1997): Quercion roboris ? Bodensaure Eichenmischwälder, in Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands Heft 2 v. Dierscke H. (Herausg.), Querco Fagetea, Göttingen
13 Engel, H., Dermek, A., Watling, R. (1978): Rauhstielröhrlinge - Die Gattung Leccinum, Coburg