Deutscher Name:

Röhrling

Weitere deutsche Namen: Dickröhrling
Wissenschaftlicher Name:

Boletus Dillenius ex Linné: Fries

   Alle Merkmale und Beschreibungen soweit nicht explizit anders benannt nach Munoz, J.A. (2005): Boletus (Fungi Europaei, vol. 2). Edizioni Candusso, Alassio, S. 298 oder, falls es dort zu einem Merkmal keine Angaben gibt, nach den Angaben in den übergeordneten Taxa. Sofern die Angaben zu einem Merkmal in den hier aufgeführten Quellen im Widerspruch zu denen der höheren Taxa stehen sollten, gilt das Spezielle vor dem Allgemeinen.

Allgemeine Beschreibung:

Die Fruchtkörper der Arten der Gattung Boletus sind recht einheitlich. Jene sind in einen Hut und einen Stiel gegliedert. Der Stiel ist in der Regel von bauchiger Form, weswegen man auch den deutschen Namen "Dickröhrling" für die Gattung finden kann. Wie der Name schon sagt, beseteht bei Boletus die Fruchtschicht aus Röhren. Der Volksmund nennt jene auch "Schwamm", wegen der Konsistenz und der Fähigkeit bei Feuchtigkeit durchaus größere Mengen von Wasser aufzunehmen.
Alle Arten der Gattung sind Mykorrhizabildner. Das heißt, sie sind in ihrem Auftreten an Baumpartner gebunden. In vielen Fällen kann der Baumpartner ein entscheidenes Bestimmungsmerkmal sein und taucht oftmals schon im Namen auf ( z. B. Kiefernsteinpilz, Nadelwald-Anhängselröhrling usf.).
Bei einigen Arten fällt die Verfärbung des Fleisches oder der Röhren bei Verletzungen auf. In den meisten Fällen handelt es sich um eine Blaufärbung, welche auf der Oxidation von Pilzinhaltsstoffen beruht.

Die Fruchtkörpergrößen der Gattung Boletus reichen von mittleren Arten bis zu sehr großen Arten ( u. U. bis 400 mm Hutdurchmesser1). Die Hutoberfläche kann filzig, feinfilzig oder glatt sein. Manchmal sogar wie lackiert erscheinen ( so bei Boletus dupainii2). Die Farbe des Hutes kann innerhalb der Gattung sehr verschieden sein. Von fast weiß oder weißlich, über grau, rot, braun bis fast schwarz. In der Regel ist die Hutoberfläche trocken, jedoch kann sie bei einigen Arten, wenn die Witterung feucht ist, auch etwas klebrig sein, jedoch nie schleimig1.
Die Röhren sind leicht von Hute lösbar1 und sind am Stiel angewachsen oder frei1.
Die Farben des Fleisches sind ebenso wie diejenigen der Hüte sehr variabel. Es gibt Arten mit reinweißem Fleisch, aber auch solche mit deutlich gefärbtem ( gelb, rötlich).
Die Stieloberfläche kann in vielen Fällen ein verlässliches Bestimmungskriterium sein. In der Regel ist seine Oberfläche glatt, jedoch können farblich unterschiedene Längsfasern, Pünktchen oder auch Netze vorhanden sein1. Der Stiel ist dabei oftmal keulig, was bisweilen ( z. B. bei Boletus satanas) sehr deutlich ausgeprägt sein kann. Es gibt jedoch auch Arten oder Individuen, bei welchen der Stiel eher schlank und zylindrisch ist.
Geruch und Geschmack der Boletus-Arten können recht unterschiedlich sein. Es überwiegen schwache, angenehm pilzige Gerüche. Dahingegen verströmt der Satanspilz einen üblen aasartigen Geruch.
Wie bereits erwähnt, sind alle Arten der Gattung Boletus Mykorrhizabildner. Während manche Arten darüber hinaus keine besonderen ökologischen Ansprüche haben, benötigen andere einen kalkhaltigen Boden und wärmere Standorte um zu fruktifizieren.

Die infragenerische Gliederung folgt Munoz 2005.

Die Angaben zu den folgenden Merkmalen beruhen auf eigenem Wissen:
   - Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
   - Autolyse
   - Hut gebuckelt
   - Hutform
   - Hutrippung
   - Hygrophanität
   - Hut und Stiel leicht trennbar
   - hypogäische Pilzteile
   - Metachromasie der Sporenwand
   - Sporensepten

Weitere Quellenangaben

1 Munoz, J. A. (2005): Boletus (Fungi Europaei, vol. 2). Edizioni Candusso, Alassio: 298.
2 Cetto, B. (1980): Der große Pilzführer, Bd. 1, 6. Aufl. BLV Verlagsgesellschaft, München, Wien, Zürich: 489.