Deutscher Name:

Träuschlinge

Wissenschaftlicher Name:

Stropharia (Fr.) Quél. 1872

Typusart: Grünspan-Träuschling (Stropharia aeruginosa)
Träuschlinge
© Hans-Peter Hein
Typusart der Gattung Stropharia ist Stropharia aeruginosa

Allgemeine Beschreibung:

Stropharia (Träuschlinge) ist die Typusgattung der Familie Strophariaceae. Im Index Fungorum wird der Name als nicht aktuell gelistet, es wird auf Psilocybe verwiesen. Allerdings sind dort viel Arten der Gattung Stropharia als aktuelle Namen gelistet.
Mit ca. 17 Arten in Deutschland handelt es sich bei Stropharia um eine recht kleine Gattung. 1
Noordeloos2 unterteilt die Gattung in die Untergattungen Stropharia und Stercophila; die Untergattung Stropharia wiederum unterteilt er in die Sektion Stropharia mit den Arten
S. aeruginosa (Curtis: Fr.) Quél.
S. caerulea Kreisel
S. pseudocyanea (Desm.: Fr.) Morgan
S. squamulosa (Mass.) Mass.
S. alpina (M. Lange) M. Lange
S. inuncta (Fr.: Fr.) Quél.
S. albonitens (Fr.) Quél.
S. hornemannii (Fr.: Fr.) Lund & Nannf.
und die Sektion Mundae Konr. & Maubl. mit den Arten
S. melanosperma (Bull. ex Pers.: Fr.) Gillet
S. coronilla (Bull.: Fr.) Quél.
S. halophila Pacioni
S. rugosoannulata Farlow ex Murrill
Zur Untergattung Stercophila (Romagn. ex Noordel.) Noordel. zählt er die Arten
S. semiglobata (Batsch: Fr.) Quél.
S. ochraceoviridis Garcia
S. dorsipora Esteve_raventos & Barassa
S. luteonitens (Fr.: Fr.) Quél.
S. alcis Kytövuori
S. islandica Kytövuori
S. arctica Kytövuori
Nach Guthmann u.a. ist die Abgrenzung zu Schwefelköpfen (Hypholoma) und insbesondere Kahlköpfen (Psilocybe) schwierig.3
Es handelt sich bei allen Arten um Saprophyten, die einzeln und   nur selten büschelig innerhalb und außerhalb des Waldes auf morschem Holz, Holzspänen, Sägemehl, Dung und Stroh vorkommen.4
Lüder nennt nur den Kultur-Träuschling (Stropharia rugosoannulata) als einzigen Pilz dieser Gattung, der den Namen Speisepilz verdiene5; Guthmann u.a. halten einige Arten für giftverdächtig; bei den meisten sei der Speisewert unbekannt.6

Makroskopische Merkmale

Die Hauptvegetationszeit der Stropharien ist der Herbst; für den Riesen-Träuschling wird als frühester Erscheinungstermin der Monat Mai genannt.7
In der Funga Nordica werden die Fruchtkörper der Träuschlinge als rüblings- bis ritterlingsartig beschrieben.8
Träuschlinge sind kleine bis große, meist fleischige Arten, deren Hüte einen Durchmesser zwischen 0,8 und 27 cm aufweisen können. Sie sind ungerieft, gewölbt, stumpf kegelig, mit oder ohne Buckel; meist kahl und glatt, selten auch schuppig aufreißend. Die Hutfarben können, gelb, ocker, orange, braun, grün, grünblau und weinrot-bräunlich sein. Sie sind nie hygrophan. Die Huthaut ist jung meist klebrig-schmierig bis schleimig, alt jedoch oft völlig abtrocknend oder schon anfangs trocken und abziehbar. Am Hutrand befinden sich oft Velumreste.9
Ein Velum universale ist vorhanden und bildet meist feine, im Hutschleim schwimmende Schüppchen.10
Als Arten mit blaugrüner Hutfarbe werden der Grünspan-Träuschling und der Blaue Träuschling genannt, mit orange und ziegelrotem Hut der Orangerote Träuschling, mit rosa- bis violettgrauem Hut der Purpurgraue Träuschling und schließlich mit weißem Hut der Schwarzblättrige Träuschling.11
Die Lamellen sind abgerundet bis breit angewachsen oder mit Zahn herablaufend. Ihre Farbe ist jung blass beige oder hellgrau, alt hingegen grau, braun bis schwärzlich und oft mit olivlichen, violetten oder bläulichen Beitönen.12
Der Stiel ist trocken oder schmierig und trägt einen Ring. Bei einigen Arten kann dieser Ring jedoch nur flüchtig sein, sodass er im Alter nicht mehr zu sehen ist, oder es bleiben nur wenige Reste von ihm am Stiel zurück. Unterhalb des Ringes ist der Stiel häufig mit Schuppen besetzt, und die Stielspitze ist bei vielen Arten gerieft.13
Das Fleisch ist relativ fest und überwiegend mild.14 Zerdrückt riecht es grasartig.15

Mikroskopische Merkmale

Die Basidien sind meist 4-sporig, sehr selten 2-4 sporig gemischt. Die Sporen haben eine Länge von 7 bis 20 µm, sind ellipsoid oder mandelförmig, glatt, dickwandig. Der Keimporus ist meist abgestutzt, selten undeutlich.16
Das Sporenpulver ist lilagrau, lilabraun bis umbrabraun. Chrysozystiden sind vorhanden oder wenn sie fehlen, dann ist der Stiel schleimig. Cheilozystiden sind meist reichlich vorhanden; sie haben eine keulige, flaschenförmige oder lanzettliche Form. Das Lamellentrama ist anfangs regulär, später irregulär.17





   

Weitere Quellenangaben

1Guthmann, J. / Hahn, C. / Reichel, R. (2011): Taschenlexikon der Pilze Deutschlands, S. 322
2Noordeloos, M.E. (2011): Strophariaceae s.l. Fungi Europaei, Bd. 13. S. 29
3Guthmann, J. / Hahn, C. / Reichel, R. (2011): Taschenlexikon der Pilze Deutschlands, S. 322
4Ludwig, E. (2001): Kompendium, Bd. I, S. 663f.
5Lüder, R. (2008): Grundkurs Pilzbestimmung, S. 250
6Guthmann, J. / Hahn, C. / Reichel, R. (2011): Taschenlexikon der Pilze Deutschlands, S. 322
7Ludwig, E. (2001): Kompendium, Bd. I, S. 663f.
8 Knudsen, H. / Vesterholt, J. (Hrsg.) (2012): Funga Nordica, S. 965
9Ludwig, E. (2001): Kompendium, Bd. I, S. 663f.
10Guthmann, J. / Hahn, C. / Reichel, R. (2011): Taschenlexikon der Pilze Deutschlands, S. 322
11Gminder, A. (2008): Handbuch für Pilzsammler, S. 216
12Ludwig, E. (2001): Kompendium, Bd. I, S. 663f.
13Lüder, R. (2008): Grundkurs Pilzbestimmung, S. 250
14Ludwig, E. (2001): Kompendium, Bd. I, S. 663f.
15Lüder, R. (2008): Grundkurs Pilzbestimmung, S. 250
16Ludwig, E. (2001): Kompendium, Bd. I, S. 663f.
17Krieglsteiner, G. (Hrsg.)(2003): Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4, S. 406