Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Amidella

Wissenschaftlicher Name:

Amidella E.-J. Gilbert 1940

Allgemeine Beschreibung:

   Die Sektion Amidella steht nach Bon in der Untergattung Lepidella innerhalb der Gattung Amanita aus der Familie Amanitaceae1. Nach Ansicht des Index Fungorums ist der Name nicht aktuell, es wird auf Amanita verwiesen (Stand 29.04.2012). Viele Autoren unterteilen Amanita in Untergattungen, soweit mir bekannt ist Bon der einzige, der diese noch mal in Sektionen unterteilt. Da diese Unterteilung morphologisch nachvollziehbar ist und zu einer besseren Übersicht in der recht artenreichen Gattung Amanita führt, folge ich Bon hierin.

   Die Fruchtkörper der Arten aus Amidella sind groß, fleischig und weißlich. Sie haben einen brüchigen, hängend angewachsenen Ring und, entsprechend Typ 1 der Gattungsbeschreibung, eine sackartig bescheidete Volva sowie selten Hüllreste auf dem Hut. Die Sporen sind zylindrisch mit gerundeten Ecken, deren Abwurf amyloid und weiß.2
   Anders als noch bei der übergeordneten Untergattung, gibt es hier keine Ausnahmen bei der Sporenpulverfarbe, sie ist hier stets weiß.
   Gegenüber den Arten aus der Sektion Phalloideae unterscheiden sich die des hier beschriebenen Taxons nur sicher durch die Sporenform. Auf makroskopischer Ebene ist noch die Größe und Fleischigkeit zu nennen, die im Durchschnitt hier wohl imposanter ist, im Einzelfall aber nicht deutlich ausgeprägt sein muss.

   Zu folgenden Merkmalen wurden in der Literatur über diese Sektion keine direkten Angaben gefunden. Deren Ausprägungen ergeben sich jedoch aus in ihr vorhandenen Taxa wie folgend. Dabei ist zu beachten, dass die Nichtlistung einer Ausprägung eines Merkmals nicht bedeuten muss, dass diese nicht existiert, sondern eben nur, dass sie in den bisher gelisten untergeordneten Taxa nicht vorkommt.

•Fruchtkörpergröße: groß: A. ovoida
•Hutform: gewölbt (konvex), halbkugelig, eiförmig, ausgebreitet: A. ovoida
•Beschaffenheit der Hutoberfläche: glatt: A. ovoida
•Hutfarbe: gelb, weiß, hell (creme, elfenbein, etc): A. Ovoida
•Hutbuckelung: ungebuckelt:    A. ovoida
•Hymenophorfarbe: weiß, hell (creme, elfenbein, etc): A. ovoida
•Fleischfarbe: weiß: A. Ovoida
•Stielform: zylindrisch: A. Ovoida
•Beschaffenheit der Stieloberfläche: flockig: A. Ovoida
•Grundfarbe des Stieles: weiß: A. Ovoida
•Stielbasis: verdickt: A. Ovoida
•Velum am Hut: VVelumreste am Hutrand, häutige Velumreste: A. Ovoida
•Farbe des Ringes: weiß: A. ovoida
•Ringriefung: nicht vorhanden: A. Ovoida
•Geruch: fischig, unbedeutend pilzartig: A. Ovoida
•Geschmack: fehlend: A. Ovoida
•Bodenqualität: Kalk: A. ovoida

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Gesamter Fruchtkörper
Fruchtkörper
mit Hut und Stiel
Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
nicht vorhanden
Fruchtkörpergröße
groß
Hymenophor
Zwischenlamellen
vorhanden
Hymenophorfarbe
weiß, hell (creme, elfenbein, etc)
Art des Hymenophors
Lamellen
Velum
Velum universale (Gesamthülle)
vorhanden
Velum partiale (Ring, Cortina, etc)
vorhanden
Velum an der Basis
sackartig bescheidet
Velum am Hut
Velumreste am Hutrand
Ringriefung
nicht vorhanden
Ring / Manschette / Cortina
Ring hängend angewachsen
Farbe des Ringes / der Cortina
weiß
Stiel
Stielkonsistenz
bricht faserig
Stielform
zylindrisch
Stielbasis
verdickt
Stielansatz
mittig
Hut und Stiel leicht trennbar
ja
Grundfarbe des Stieles
weiß
Beschaffenheit der Stieloberfläche
flockig
Milch
Milch
fehlend
Exsudation (Guttationstropfen)
fehlend
Hut
Hygrophanität
nicht vorhanden
Hutrippung
Hut ungerieft oder nur im Alter leicht gerieft
Hutform
ausgebreitet, gewölbt (konvex), halbkugelig, eiförmig
Hutbuckelung
ungebuckelt
Beschaffenheit der Hutoberfläche (ohne Berücksichtigung des Hutvelums und Feuchtigkeit)
glatt
Autolyse
nicht vorhanden
Olfaktorische / gustatorische Wahrnehmung
Geschmack
fehlend
Geruch
fischig, unbedeutend pilzartig
Fleisch
Fleischigkeit
dickfleischig
Fleischfarbe
weiß
Sporenpulver
Farbe des Sporenpulvers
reinweiß bis blasscreme
Amyloidität
amyloid
Umweltfaktoren
Bodenqualität
Kalk

Mikroskopische Merkmale

Sporenornament
glatt
Sporenform ( ohne Ornamentation)
zylindrisch mit abgerundeten Seiten
Sporenart
Basidiospore
Cheilozystiden
ballonförmig
Anzahl der Sporen im Ascus bzw. auf der Basidie
4

Weitere Quellenangaben

1Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 298Ff
2Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 21F, 298ff