Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Lepidella

Wissenschaftlicher Name:

Lepidella E.-J. Gilbert 1925

Lepidella
© Dirk Harmel
Amanita strobiliformis - Der Fransige Wulstling

Allgemeine Beschreibung:

   Die Sektion Lepidella steht nach Bon in der Untergattung Lepidella innerhalb der Gattung Amanita aus der Familie Amanitaceae1. Der Name ist laut Index Fungorum nicht aktuell, es wird auf Amanita verwiesen, laut Mycobank ist er auch nicht legitim (Stand jeweils 29.04.2012). Von vielen Autoren wird der Name jedoch für eine Untergattung der Amaniten verwendet. Soweit mir bekannt, ist Bon der einzige, der diese Untergattung nochmal in Sektionen aufteilt, eine davon nennt er ebenfalls Lepidella.1 Da die in der Untergattung enthaltenen Arten morphologisch sehr vielfältig sind, halte ich deren Unterteilung in Sektionen der Übersichtlichkeit halber für sinnvoll und liste hier Bon folgend Lepidella auch als solche.

   Die Fruchtkörper tragen nach Bon Velumreste auf dem entweder cremigen oder spitzschuppigen Hut sowie am Stiel. Die Stilbasis ist meist ohne häutige Volva, bei einigen Arten jedoch flockig gegürtelt und knollig. Doch auch die verdickte Stielbasis ist kein allen Arten gemeinsames Merkmal, bei Amanita vittadini läuft der Stiel spindelig zu.2
   Einziges in der Sektion Lepidella immer vorhandenes Merkmal, welches bei den Arten der weiteren Sektionen der übergeordneten Untergattung nicht vorkommt und somit der Abgrenzung zu jenen dient, sind die Velumreste am Stiel. Gemeint ist wohl der Stiel oberhalb der Basis, denn an jener sind auch bei den Arten anderer Sektion Reste der Gesamthülle zu finden.
   Lepidella enthält mit Amanita solitaria und Amanita boudieri var. beillei die beiden Arten, die als einzige z.Zt. bekannte Ausnahmen innerhalb der Familie Amanitaceae kein weißes Sporenpulver haben.

   Zu folgenden Merkmalen wurden in der Literatur über diese Sektion keine oder nicht vollständige Angaben gefunden. Deren Ausprägungen ergeben sich jedoch aus in ihr vorhandenen Taxa wie folgend. Dabei ist zu beachten, dass die Nichtlistung einer Ausprägung eines Merkmals nicht bedeuten muss, dass diese nicht existiert, sondern eben nur, dass sie in den bisher gelisteten untergeordneten Taxa nicht vorkommt.

•Fruchtkörpergröße: mittel: A. solitaria; groß: A. strobiliformis
•Hutform: gewölbt (konvex), halbkugelig, ausgebreitet: A. solitaria
•Beschaffenheit der Hutoberfläche: glatt: A. strobiliformis
•Hutfarbe: grau, ocker, hell (creme, elfenbein, etc), weiß: A. solitaria
•Hymenophorfarbe: graugrün: A. solitaria; weiß: A. strobiliformis; rosa, ocker: A. boudieri var. beillei
•Hymenophoransatz: angeheftet, breit angewachsen, frei: A. strobiliformis
•Fleischfarbe: grün, hell (creme, elfenbein, etc), weiß: A. solitaria
•Stielbasis: verdickt: A. solitaria; verjüngt: A. vittadini
•Hypogäische Pilzteile: kurze Fruchtkörperverlängerung: A. solitaria; fehlend: A. strobiliformis
•Ring: Ring hängend angewachsen: A. Solitaria; flockige Ringzone: A. strobiliformis
•Farbe des Sporenpulvers: grün, reinweiß bis blasscreme, gelblich: A. Solitaria; rosa: A. boudieri var. beillei

Weitere Quellenangaben

1Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 298f
2Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 298f