Autor: Dirk Harmel

Deutscher Name:

Amanita

Wissenschaftlicher Name:

Amanita

Allgemeine Beschreibung:

   Amanita ist nach Bon1 wie auch nach Knudsen, H. & Vesterholt2 eine Untergattung aus der Gattung gleichen Namens in der Familie Amanitaceae. Letztere splitten das Taxon in die Sektionen Amanita und Vaginatae (Streiflinge). Bon folgend werden die Streiflinge auf diesen Seiten als eigene Untergattung Amanitopsis geführt, die der Untergattung Amanita parallel steht, letztere wird somit hier auch nicht unterteilt. Die Angaben in der Funga Nordica zu der Sektion Amanita können daher hier dem gegenständlichen Taxon zugerechnet werden. Der Name Amanita   ist angesichts der gleichnamigen, übergeordneten Gattung etwas unglücklich und rührt wohl daher, dass die Typusart Amanita muscaria (Roter Fliegenpilz) in ihr steht.

   Im Gegensatz zu den Arten der Untergattung Lepidella haben die Arten der hier beschriebenen Untergattung wie die der Untergattung Amanitopsis inamyloides Sporenpulver und einen gerieften Hutrand, bei letzteren ist dieses Merkmal jedoch wesentlich deutlicher ausgeprägt. Mit den Arten aus Lepidella haben die aus Amanita hingegen das immer vorhandene Velum partiale am vollfleischigen Stiel gemein, während die Stiele der Arten aus Amanitopsis hohl und unberingt sind.3
   Die Arten aus Amanita zeichnet eine knollige Basis aus, jene aus Amanitopsis haben eine nicht verdickt Basis.4 Bei Lepidella wurden hierzu keine Angaben gefunden.

   Gleichwohl, wie auf der Seite der übergeordneten Familie ausführlich dargelegt, entgegen verbreiteter Ansicht keineswegs alle Wulstlinge weißes Sporenpulver haben, sind die beiden bekannten Arten mit farbigem Sporenpulver in der Untergattung Lepidella enthalten. Es kann nach derzeitigem Wissensstand also davon ausgegangen werden, dass das Sporenpulver der Arten der hier behandelten Untergattung stets weiß ist.

   Mikromerkmale konnten weder über die im übergeordneten Taxon aufgeführten hinaus noch dazu konkretisierend gefunden werden.

   Mit dem oben bereist erwähnten stark giftigen Roten und dem genauso gefährlichen Braunen Fliegenpilz (Amanita regalis), einigen weiteren stark giftigen oder giftverdächtigen Arten sowie dem tödlich giftigen Pantherpilz (Amanita pantherina) enthält diese Untergattung einige der bekanntesten Giftpilze. Wer die in ihr ebenfalls vorhandenen Speisepilze, z.B. den vorzüglichen, jedoch nördlich der Alpen seltenen Kaiserling, zu Speisezwecken sammeln möchte, sollte die Merkmale aller hier stehenden Arten sowie die der   Arten aus den parallelen Untergattungen, von denen eine ganze Reihe tödlich giftig ist, genau kennen.


Folgende Schlüsselmerkmale auf Basis eigener Beobachtungen:

- Fruchtkörperrekonstitution
- Autolyse
- Milch
- Exsudation

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Gesamter Fruchtkörper
Fruchtkörper
mit Hut und Stiel
Velum
Velum universale (Gesamthülle)
vorhanden
Velum partiale (Ring, Cortina, etc)
vorhanden
Ring / Manschette / Cortina
Ring hängend angewachsen
Stiel
Stielkonsistenz
bricht faserig
Stieldichte
vollfleischig
Stielbasis
verdickt
Stielansatz
mittig
Hut und Stiel leicht trennbar
ja
Milch
Milch
fehlend
Exsudation (Guttationstropfen)
fehlend
Hut
Hutrippung
Hutrand gerieft
Sporenpulver
Farbe des Sporenpulvers
reinweiß bis blasscreme
Amyloidität
inamyloid/indextrinoid
Hymenophor
Art des Hymenophors
Lamellen

Mikroskopische Merkmale

Sporenornament
glatt
Sporenart
Basidiospore
Cheilozystiden
ballonförmig
Anzahl der Sporen im Ascus bzw. auf der Basidie
4

Weitere Quellenangaben

1Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 296f
2Knudsen, H. & Vesterholt, J. (Hrsg.) (2008): Funga Nordica. Nordsvamp, Kopenhagen S. 326
3Bon, M (2005): Pareys Buch der Pilze. Aktualisierte Ausgabe, Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, S. 294ff
4Knudsen, H. & Vesterholt, J. (Hrsg.) (2008): Funga Nordica. Nordsvamp, Kopenhagen S. 326