Deutscher Name:

Fleischrosa Mistpilz

Weitere deutsche Namen: Rosafarbener Mistpilz, Rosa Mistpilz
Wissenschaftlicher Name:

Bolbitius coprophilus (Peck 1893) Hongo 1959

Speisewert: ungenießbar
Fleischrosa Mistpilz
© Hans-Peter Hein
Bolbitius coprophilus (Fleischrosa Mistpilz)
Systematik
Reich Fungi (Pilze)
Abteilung Basidiomycota (Basidienpilze)
Unterabteilung Agaricomycotina (Ständerpilze)
Klasse Agaricomycetes (Agaricomycetes)
Unterklasse Agaricomycetidae (Hutpilze)
Ordnung Agaricales (Blätterpilze)
Familie Bolbitiaceae (Mistpilzartige)
Gattung Bolbitius (Mistpilze)
Art Bolbitius coprophilus (Fleischrosa Mistpilz)
Fleischrosa Mistpilz
© Hans-Peter Hein
Bolbitius coprophilus
Fleischrosa Mistpilz
© Hans-Peter Hein
Bolbitius coprophilus

Allgemeine Beschreibung:

Bolbitius coprophilus (Fleischrosa Mistpilz oder auch Rosafarbener Mistpilz) ist laut Mycobank eine Art aus der Familie Bolbitiaceae. Der Name ist im Index Fungorum als aktuell verzeichnet (Stand jeweils 29.7.2012).

Nach Ludwig1 ist die Art sehr selten; Gerhardt2 berichtet, dass die wenig bekannte, offenbar eingeschleppte Art seit Jahren in Berlin häufig zu finden sei.

Sie erscheint von Mai bis August bzw. Oktober auf Stroh durchsetztem Pferdemist.2
Andere Angaben zum Vorkommen lauten: Warmhäuser, auf Mist, Getreidehäcksel, Strohhaufen1 bzw. Dung, Mist und gedüngte Erde.3

Die Hüte haben einen Durchmesser von 3-7 cm; sie sind konvex, nur selten mit einem angedeuteten Buckel. Weiter sind sie durchscheinend häutig, am Rand gerieft und schleimig.1

Bei jungen Exemplaren weisen die Hüte einen gelben Scheitel auf, später werden sie rosa bis fleischfarben, um im Alter zu weiß auszublassen. Die Hutränder alter Exemplare erscheinen durch die durchscheinenden Lamellen milchkaffeebraun.1

Die Lamellenfarbe wechselt mit dem Alter von sehr blass rosa über tonblass nach zuletzt ockerbräunlich.1 Gerhardt beschreibt die Lamellenfarbe bei Reife als erd- bis rostbräunlich.2

Die Stielmaße gibt Ludwig mit 7-12x0,6-1,1 cm an; auf weißem Grund sind die Stiel blassockerlich feinschuppig-genattert. Die Spitze ist anfangs rosa.1 Nach Horak werden die Stiele bis 10 cm lang.3

Angaben zum Geschmack lassen sich nicht finden. Nach Ludwig fehlt ein besonderer Geruch.1

Gerhardt nennt die Sporenpulverfarbe rostbraun2, nach Ludwig ist sie rost- bis schnupftabakbraun.1

Die Sporen sind ellipsoid, ovoid und teilweise etwas kantig. Als Sporenmaße werden 11,5-15 x 7-8,5 µm angegeben. Die Sporen besitzen einen Keimporus; die Cheilozystiden sind utriform, breit subfusoid bis keulig.1



Verwechslungsgefahr

Nach Ludwig kann B. coprophilus mit dem mehr einheitlich fleischbräunlichen, etwas kleineren Bolbitius demangei (Quél.) Sacc. & D.Sacc. 1905 verwechselt werden.1 Krieglsteiner nennt   bei B. demangei den rosa getönten Stiel und etwas kleinere Sporen als Unterscheidungsmerkmale. 4

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Gesamter Fruchtkörper
Fruchtkörper
mit Hut und Stiel
Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
nicht vorhanden
Fruchtkörpergröße
mittel
Velum
Velum universale (Gesamthülle)
nicht vorhanden
Velum partiale (Ring, Cortina, etc)
nicht vorhanden
Velum am Hut
fehlend
Ring / Manschette / Cortina
fehlend
Umweltfaktoren
Substrat
Dung
Soziabilität
gesellig, büschelig
Stiel
Stielkonsistenz
bricht faserig
Stielform
zylindrisch
Stielbasis
verjüngt
Stielansatz
mittig
Grundfarbe des Stieles
weiß
Beschaffenheit der Stieloberfläche
schuppig, genattert
Milch
Milch
fehlend
Exsudation (Guttationstropfen)
fehlend
Hymenophor
Lamellengabelung
nicht vorhanden
Hymenophorfarbe
ocker, gelb, rotbraun
Hymenophoransatz
frei, angeheftet
Art des Hymenophors
Lamellen
Hut
Hutrippung
Hutrand gerieft
Hutform
gewölbt (konvex)
Hutfeuchtigkeit
schleimig
Hutfarbe ( Hauptfarbe)
grau, rosa, weiß
Hutbuckelung
ungebuckelt, stumpf gebuckelt
Beschaffenheit der Hutoberfläche (ohne Berücksichtigung des Hutvelums und Feuchtigkeit)
glatt
Olfaktorische / gustatorische Wahrnehmung
Geruch
fehlend
Sporenpulver
Farbe des Sporenpulvers
dunkelbraun, porphyrbraun

Mikroskopische Merkmale

Sporenform ( ohne Ornamentation)
oval, elliptisch
Sporenart
Ascospore
Keimporus
vorhanden
Sporengröße (Breite x Länge):
7,0 bis 8,5 µm x 11,5 bis 15 µm

Weitere Quellenangaben

1Ludwig, E. (2000): Pilzkompendium, Bd. 1, Beschreibungen. Eching. IHW-Verlag, S. 32
2Gerhardt, E. (2006): Der große BLV Pilzführer für unterwegs. München. BLV, S. 319
3Horak, E. (2005): Röhrlinge und Blätterpilze in Europa. München. Elsevier. 6.Aufl. S. 323
4Krieglsteiner, G. (2003): Die Großpilze Baden-Württembergs, Bd. 4. Stuttgart. Ulmer. S. 302