Deutscher Name:

Nadelwald-Rotkappe

Weitere deutsche Namen: Kiefern-Rotkappe
Wissenschaftlicher Name:

Leccinum vulpinum Watling, 1961

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Systematik
Reich Fungi (Pilze)
Abteilung Basidiomycota (Basidienpilze)
Unterabteilung Agaricomycotina (Ständerpilze)
Klasse Agaricomycetes (Agaricomycetes)
Unterklasse Agaricomycetidae (Hutpilze)
Ordnung Boletales (Röhrenpilze)
Familie Boletaceae (Röhrlingsartige)
Gattung Leccinum (Raufüße)
Art Leccinum vulpinum (Nadelwald-Rotkappe)

Allgemeine Beschreibung:

Leccinum vulpinum Watling (Nadelwald-Rotkappe) ist laut Den Bakker & Noordeloos1 eine Typusart der Gattung Leccinum (Raufüße), sie betrachten den Namen als aktuell (Stand jeweils 05.01.2013).
Iceons: Lannoy & Estades, Mon. Lecc. Europe: pl. 36. 1995.
Verbreitung und Vorkommen
Einzeln oder in Gruppen in Nadelwäldern. Vergesellschaftet mit Kiefer und Fichte. In Schottland, Skandinavien und Zentral-Europa weit verbreitet. Höchstwahrscheinlich auf der gesamten nördlichen Hemisphere in subalpinen und borealen Regionen verbreitet.
Morphologie
Hut (Pileus)70-92 mm, jung halbkugelförmig, im Alter bauchig bis polsterförmig, Rand besonders an jungen Fruchtkörpern eingebogen oder eingerollt mit Teilschleierresten, bis zu 6 mm übersteigend, bei reifen Fruchtkörpern häufig anscheinend komplette oder geringfügig abwesende Ränder, gewöhnlich dunkel rötlich braun, leicht hell gefleckt; filzig bis faserig schuppig. Röhren angewachsen bis gebuchtet,
Röhren angewachsen bis gebuchtet, bauchig, 10-16 mm lang, rötlich-braun, blass gräulich-braun, an Druckstellen leicht dunkler. Poren ca 0,5 mm im Durchmesser, gleichmäßig gefärbte Röhren. Stiel 70 -150 x 14 - 31 mm, zylindrisch bis schwach keulig, manchmal spindelig, weißlich, an der Spitze nur leicht und Richtung Basis mehr dunkelbraun (und auch gröber), gräulich bis schwärzlich gefärbte Schuppen. Das Trama ist weiß, Druckstellen fast unveränderlich, nur sehr langsam gräulich, schwärzlich mit einem violettem Farbton am Hut und oberen Stielhälfte, manchmal auch bläulische Verfärbungen an der Stielbasis.
Sporen (9,5-) 11-15,5 x 3,6-4,7 µm, Q=2,5 - 3,8, Qav= 3,2; spindelförmig mit kelförmiger Spitze, mit einer deutlichen Hilarfleck-Einbuchtung, blass, rötlichbraun in Wasser. Basidien20,5- 26,5 x 7,5-10,5 µm, keulig, Hymenozystiden 20 - 45 x 5 - 10 µm, flaschenförmig, im röhrenförmigen Hymenium durchsichtig, Pleurozystiden häufig keulig- bis euterförmig mit rötlichbraunem Inhalt. Hutdeckschicht häutig, Zellen 18,5 - 34,0 x 3,0 - 3,5 µm, Zellen der Suprapellis 50,0 - 68 x 5,5 - 12,5 µm, Pigmente im Wasser vacuolar oder in Tröpfchen, größere Zellen häufig mit intrazellulären rot-bräunlichen Verkrustungen. Kaulozystiden 20,5 - 42,5 x 9,5 - 16,0 µm, gewöhnlich keulig mit einer stumpfen oder angespitzen Spitze, Inhalt in KOH meist bräunlich, größere Zystiden für Gewöhnlich duchsichtig. Schnallen fehlen.


Verwechslungsgefahr

Eine Verwechslungsgefahr besteht nur mit anderen Arten der Gattung Leccinum.

Ähnliche Arten
Leccinum vulpinum kann im Alter leicht   an seinem dunklen rötlich-braunen Hut und seinen   deutlich schwarzen Schuppen auf dem Stengel erkannt werden. Die Intensität der Verfärbung des Tramas beträgt nur einen Bruchteil dessen von L. aurantiacum und L. versipelle. In Verbindung mit an Nadelbäumen gebundenen Arten kann dieses Merkmal die Unterscheidung erleichtern.

Verwendung

Die Raufüße stehen in Verdacht, roh genossen, toxisch zu wirken. Sie sollten deshalb gut gegart werden.

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Gesamter Fruchtkörper
Fruchtkörper
mit Hut und Stiel
Fruchtkörperrekonstitution bei Wiederbefeuchtung
nicht vorhanden
Fruchtkörpergröße
groß
Stiel
Stielkonsistenz
bricht faserig
Stielform
keulig, zylindrisch
Stielfeuchtigkeit
trocken
Stieldichte
vollfleischig
Stielbasis
gerade
Stielansatz
mittig
Grundfarbe des Stieles
weiß
Beschaffenheit der Stieloberfläche
flockig, sparrig schuppig, schuppig
Umweltfaktoren
Soziabilität
gesellig, einzeln
Orographische Gliederung
kollin (Hügelland), planar (Ebene), montan (Bergland)
Habitat
Nadelwald
Bodenqualität
sauer
Olfaktorische / gustatorische Wahrnehmung
Schärfe (nicht bei Täublingen)
mild
Hymenophor
Porengröße
deutlich als Poren erkennbar
Hymenophorfarbe
grau, hell (creme, elfenbein, etc), braun
Hymenophoransatz
breit angewachsen, ausgebuchtet angewachsen
Art des Hymenophors
Röhren
Hut
Hutform
halbkugelig, gewölbt (konvex)
Hutfeuchtigkeit
trocken
Hutfarbe ( Hauptfarbe)
rotbraun, braun
Hutbuckelung
ungebuckelt
Beschaffenheit der Hutoberfläche (ohne Berücksichtigung des Hutvelums und Feuchtigkeit)
filzig, samtig
Fleisch
Fleischigkeit
dickfleischig
Fleischfarbe
weiß
Sporenpulver
Farbe des Sporenpulvers
rosa, fleischrosa bis rötlich, graubraun
Veränderungen / Reaktionen
Chemische Reaktionen
mit KOH gilbend

Mikroskopische Merkmale

Sporenart
Basidiospore
Schnallen
nicht vorhanden
Pleurozystiden
keulig, flaschenförmig
Kaulozystiden
geschnäbelt, flaschenförmig
Aufbau der Hutdeckschicht
kutikulär
Anzahl der Sporen im Ascus bzw. auf der Basidie
4
Sporengröße (Breite x Länge):
3,5 bis 4,5 µm x 11,0 bis 15 µm

Weitere Quellenangaben

1 Den Bakker, H.C.; Noordeloos, M.E. (2005): Die Gattung Leccinum (Raustielröhrlinge) in West- und Mitteleuropa (Online-Version)
2 Gröger, F., Bresinsky, A. und Besl, H. (Herausg.) (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa Teil I, Regensburger Mykologische Schriften Band 13, Regensburg
3 Gminder, A. (Herausg.) (2008): Handbuch für Pilzsammler, Hamburg
4 Gerhardt, E. (Herausg.) (2011): BLV Pilzführer, München
5 Bon, M. (2010): Pareys Buch der Pilze, Berlin
6 Rothmaler, W. (1994): Exkursionsflora von Deutschland Bd. 1, Jena
7 Krieglsteiner, German J. ((Herausg.) (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs Bd. 2, Stuttgart
8 Oberdorfer, Erich (1994): Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Jena
9 Ellenberg, Heinz (1982): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen, Stuttart
10 Pott, Richard (1995): Die Pflanzengesellschaften Deutschlands 2. Aufl., Stuttgart
11 Heinken, Thilo (2008): Dicrano-Pinion ? Sand- und Silikat-Kiefernwälder, in Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands Heft 10 v. Dierscke H. (Herausg.), Vaccinio-Pineetea, Göttingen
12Härdtle, W., Heinken, T., Pallas, J. u. Weiß, W. (1997): Quercion roboris ? Bodensaure Eichenmischwälder, in Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands Heft 2 v. Dierscke H. (Herausg.), Querco Fagetea, Göttingen
13 Engel, H., Dermek, A., Watling, R. (1978): Rauhstielröhrlinge - Die Gattung Leccinum, Coburg