Deutscher Name:

Pappel-Raufuß

Wissenschaftlicher Name:

Leccinum duriusculum (Schulzer ex Kalchbr.) Singer, Am. 1947

Speisewert: essbar
Kein Foto vorhanden!
Systematik
Reich Fungi (Pilze)
Abteilung Basidiomycota (Basidienpilze)
Unterabteilung Agaricomycotina (Ständerpilze)
Klasse Agaricomycetes (Agaricomycetes)
Unterklasse Agaricomycetidae (Hutpilze)
Ordnung Boletales (Röhrenpilze)
Familie Boletaceae (Röhrlingsartige)
Gattung Leccinum (Raufüße)
Art Leccinum duriusculum (Pappel-Raufuß)

Allgemeine Beschreibung:

Leccinum duriusculum (S. Schulz.) Singer, Pappel-Raufuß: M. Bon, Mushr. Toadst.: 41. 1987; Breitenb. & Kränzl., PIlze Schweiz 3: 70, pl. 32. 1991; Engel, Rauhstielröhrlinge: pl. 5a. 1978; Muñoz, Fungi non del. 13: pl. 11, 12 (as f. robustum). 2000; R. Phillips, Paddest. Schimm.: 212. 1981; Pilát & Dermek, Hrívobité Huby: pl. 75 1974
Leccinum duriusculum ist laut Mycobank die Typusart der Gattung Leccinum (Raufüße), das Index Fungorum betrachtet den Namen als aktuell (Stand jeweils 29.04.2013).
Maßgebend für die Morphologie ist die Arbeit von Den Bakker & Noordeloos (2005): Die Gattung Leccinum (Raustielröhrlinge) in West- und Mitteleuropa 1

Vorkommen und Verbreitung
Mykorrhiza an Populus, besonders. an P. alba und P. tremula, aber auch an verschiedenen Pupulus Kulturen, vorzugsweise auf kalkreichen Ton, manchmal auch auf Sand oder Lehm; lokal verbreitet, sonst selten, hauptsächlich in NL and F, sehr selten in L, E, D, aber in Europa verbreitet.

Morphologie
Hut 40-150(-220) mm im Durchmesser, Erst halbkugelförmig dann bauchig, im Alter manchmal mit einem leicht geglättetem Zentrum. Sehr veränderlich in der Farbe von fast blaßgrau-braun mit einer geringen violetten Tönung bis zu fast dunkelfahlgrau oder rötlichbraun, überall fein faserig-filzig bis sehr fein anliegend schuppig, mit zunehmenden Alter fein rissig mit faserig-filzig Flecken, anfänglich mehrfarbiger Zusammenhang, aber später sich vom blasseren Zusammenhang abhebend.
Röhren nahestehend bis fast frei, breit bauchig, bis zu 25 mm lang, creme-weiß später mit fahlgrau-ledernen Farbe, Poren rund ca. 0,3-0,5 mm im Durchmesser, beige bei Druck bräunend. Stiel 80-170 x 14-20 mm, zylindrisch, zur Spitze hin leicht verjüngend und rundlicher bis fast keuliger Basis, feste, anfänglich feine Schüppchen mit feinen grau bis schwarzen Schuppen, die zur Basis hin größer werden, häufig in Längsreihen kammförmig geordnet, manchmal, besonders im oberen Teil des Stieles zu einem netzförmigen Muster ver-schmelzend und stark sich von der weißen Stielhaut abhebend. Fleisch im Hut und oberen Stielteil weiß, der untere Teil des Stiels oft gelb-grün gefärbt, Schnittstellen sich langsam violett-rötlich färbend, anschließend ins gräulich violett-schwarz dunkelnd; an der Stielbasis stellenweise gel-grün nis blau-grün färbend
Sporen (120,5) (11,5-)12-15,5 x 4,5-6,0 µm, av. 13-14 x 4,8-5,1 µm, Q = 2,3-3,3, Qav = 2,4-2,7; spindelig mit keuliger Spitze, mit einer deutlichen Hilarfleck-Einbuchtung, relativ dickwandig, schwach braun im Wasser. Basidien 19-37 x 6,0-9,0 µm, keulig, 4-sporig. Am Rand und den Seiten der Poren reichlich Hymenialzystidien, 20-75 x 5,5-17 x 2,0-4,0 µm, flaschenförmig, häufig mit einem sehr langen, spitz zulaufenden Hals, farblos oder mit dem braunen, intrazellulär-granulierten Pigment. Hutdeckschicht komplexes Trichoderm länglicher Hyphen, Endzellen 12-90(-120) x 2,5-7,5 µm unregelmäßig zylindrisch mit intrazellulärem Farbstoff. Stielhaut bestehend aus einer Lage nahezu zylindrischen, 3.0-9.0 µm breiten Hyphen, mit kleinen bis ziemlich großenLaulohymenium-Gruppen von Basidien und Zystitien, aus denen die Schuppen auf dem Stiel gebildet werden. Kaulozystiden 25-110 x 5,0-12 x 2,0-6,5 µm, flaschenförmig bis spindelg, dünnh- oder dickwandig, farblos oder mit braunem, granulären interzellulärem Pigment. Keine Schnallen vorhanden.

Verwechslungsgefahr

Synonyme nach Index Fungorum
Boletus duriusculus Schulzer ex Kalchbr., in Fries, Hymenomyc. eur. (Upsaliae): 515 (1874)
Krombholzia aurantiaca f. duriuscula (Schulzer ex Kalchbr.) Vassilkov, Notul. syst. Sect. cryptog. Inst. bot. Acad. Sci. U.S.S.R. 11: 138 (1956)
Leccinum aurantiacum subsp. duriusculum (Schulzer ex Kalchbr.) Hlavá?ek, Mykologický Sborník 34: 64 (1958)
Leccinum duriusculum f. robustum Lannoy & Estadès, Docums Mycol. 24(no. 94): 18 (1994)

Verwendung

Die Raufüße stehen in Verdacht, roh genossen, toxisch zu wirken. Sie sollten deshalb gut gegart werden. Die Stiele können bisweilen zäh sein. Aus eigenen Beobachtungen färbt sich das Fleisch bei längerem erhitzen sehr dunkel.

Weitere Quellenangaben

1 Den Bakker, H.C.; Noordeloos, M.E. (2005): Die Gattung Leccinum (Raustielröhrlinge) in West- und Mitteleuropa (Online-Version)
2 Gröger, F., Bresinsky, A. und Besl, H. (Herausg.) (2006): Bestimmungsschlüssel für Blätterpilze und Röhrlinge in Europa Teil I, Regensburger Mykologische Schriften Band 13, Regensburg
3 Gminder, A. (Herausg.) (2008): Handbuch für Pilzsammler, Hamburg
4 Gerhardt, E. (Herausg.) (2011): BLV Pilzführer, München
5 Bon, M. (2010): Pareys Buch der Pilze, Berlin
6 Rothmaler, W. (1994): Exkursionsflora von Deutschland Bd. 1, Jena
7 Krieglsteiner, German J. ((Herausg.) (2000): Die Großpilze Baden-Württembergs Bd. 2, Stuttgart
8 Oberdorfer, Erich (1994): Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Jena
9 Ellenberg, Heinz (1982): Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen, Stuttart
10 Pott, Richard (1995): Die Pflanzengesellschaften Deutschlands 2. Aufl., Stuttgart
11 Heinken, Thilo (2008): Dicrano-Pinion ? Sand- und Silikat-Kiefernwälder, in Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands Heft 10 v. Dierscke H. (Herausg.), Vaccinio-Pineetea, Göttingen
12Härdtle, W., Heinken, T., Pallas, J. u. Weiß, W. (1997): Quercion roboris ? Bodensaure Eichenmischwälder, in Synopsis der Pflanzengesellschaften Deutschlands Heft 2 v. Dierscke H. (Herausg.), Querco Fagetea, Göttingen
13 Engel, H., Dermek, A., Watling, R. (1978): Rauhstielröhrlinge - Die Gattung Leccinum, Coburg